Die Fehler bei Mitarbeiterumfragen
Bild: Colourbox/Popescu Gelu Sorin

Die Fehler bei der Mitarbeiterumfrage

Von Susanna Sailer

Studie: Mitarbeiter wünschen sich kurze Fragebögen, mehr Feedback-Möglichkeit dem Chef gegenüber und danach ein konkretes Umsetzen von Maßnahmen.

Eine noch so gut gemeinte Mitarbeiterbefragung bringt wenig Nutzen, wenn das Management gewisse Spielregeln nicht beachtet. Das belegt nun auch eine Studie. Die Linzer Organisationsentwickler Konrad Breit und Alexander Schön, die das Online-Befragungstool "More than Checks" entwickelten, befragten dafür 356 Manager, Mitarbeiter und Personalverantwortliche. Das sind die wichtigsten Aussagen:

Weniger ist mehr: "Ich kenne Umfragen mit 100 Fragen und mehr", sagt Breit. So treten Ermüdungserscheinungen beim Ausfüllen auf oder die Mitarbeiter beteiligen sich erst gar nicht daran. "Wenn Mitarbeiter zehn Fragen beantworten, ist das genug. Bei Führungskräften sind zehn bis 15 Fragen zumutbar, wobei diese nicht zu komplex sein sollten", meint Breit. Die Kunst liege hierbei in der richtigen Formulierung.

Zu wenig Feedback-Möglichkeiten: Mitarbeiter wollen ihren Chefs auch Feedback über deren Führungsleistung geben. "Dieser Wunsch ist beim Management signifikant geringer ausgeprägt", weiß Breit. Führungskräfte sind eher an der Stimmung und an der Zufriedenheit der Mitarbeiter interessiert. Es macht aber einen Unterschied, ob gefragt wird, wie das Arbeitsumfeld behage oder ob das Management wissen will, wie gut der direkte Vorgesetzte die Abteilungsziele vermitteln kann. So stellen Mitarbeiter nur resigniert fest, dass die Hoffnung, gehört zu werden, nicht aufgegangen ist.

Wichtiger als die Befragung ist das Danach. Breit: "Oft werden viele Daten gesammelt, aber dann passiert damit zu wenig." Das Management müsse aufgrund der Umfrageergebnisse konkrete Maßnahmen setzen.

Große Abstände zwischen den Umfragen: Eine Momentaufnahme alle zwei bis vier Jahre ist zu wenig. Der Trend geht zu kürzeren, aber dafür häufigeren Befragungen.

Zu lange Wartezeiten: In manchen Organisationen erhalten die Führungskräfte erst nach vier bis sechs Monaten die Ergebnisse der Befragung. Dabei gäbe es Tools, mit denen die Ergebnisse bereits am nächsten Tag feststünden.

Fazit des Unternehmensentwicklers: "Sollen Umfragen zur Bindung von Mitarbeitern beitragen, müssen sie authentischer, ehrlicher, schneller und einfacher gemacht werden."

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