Jungakademiker werden zu innovativen Helfern

Jungakademiker werden zu innovativen Helfern

Von Susanna Sailer

Der Einstieg ins Berufsleben soll Uni-Absolventen erleichtert werden und Klein- und Mittelbetriebe profitieren davon.

Martha Rossgatterer hat technische Industriemathematik an der Johannes Kepler Universität studiert. Als sie ihren Doktortitel in der Tasche hatte, wollte die Jungakademikerin vor allem eines: Ihr Wissen aus dem Studium direkt in die Praxis umsetzen. Ihre Berufswahl: Innovationsassistentin beim Wasserturbinenhersteller Gugler aus Goldwörth. "Ich berechnete die Turbinengeometrie und bereitete die Daten für unseren Vertrieb auf. Weiteres Ergebnis ihrer Basisarbeit war eine Industrie–4.0-Software, die enorme Produktivitätssteigerungen mit sich bringt. So entwickelte sich der Einstieg der Jungakademikerin beim 45-Mitarbeiter-Betrieb zur Erfolgsgeschichte für beide Seiten.

Rossgatterer ist eine von mehr als 200 Innovationsassistenten, die in den 20 Jahren seit Bestehen dieses Förderprogramms ihr Fachwissen speziell Klein- und Mittelbetrieben zur Verfügung stellen. "Die Karriere nach dem abgeschlossenen Studium als Innovationsassistent zu starten, ist für Jungakademiker durchaus attraktiv", sagt Projektmanagerin Martina Eckerstorfer von der Wirtschaftsagentur Business Upper Austria.

Coach und Ausbildung gratis

Es handle sich um eine vollzeitliche, unbefristete Anstellung, wobei ein Teil der Personalkosten für zwei Jahre gefördert wird. Die Berufseinsteiger bekommen einen externen Berater zur Seite gestellt, der sich fachlich und als persönlicher Coach einbringt. Innovationsassistenten erhalten eine praxisorientierte Zusatzausbildung, die das nötige Background-Wissen vermittelt. Eckerstorfer: "Wir haben bis zu neun Module – von fachbezogenen Themen bis Social Skills und Change Management. Wichtig ist auch, dass sich die Innovationsassistenten untereinander kennenlernen und wir eine Plattform bieten, um sich untereinander auszutauschen."

Wie wird jemand Innovationsassistent? In Beiratssitzungen wählen Experten aus den eingereichten Ansuchen jene Projekte aus, die gefördert werden. Bei einer positiven Entscheidung wird das Unternehmen beauftragt, einen Innovationsassistenten zu suchen. Das geschieht mit Unterstützung der Wirtschaftsagentur. Dort gibt es einen Pool an fünf bis zehn Bewerbern – es zahlt sich also auch aus, sich dafür blind zu bewerben. Die Jobanzeigen sind auch auf  http://www.innovationsassistent.at/jobs zu finden oder auf http://facebook.com/innovationsassistent. Die Jobanzeigen werden auch direkt an die relevanten Studiengänge gesandt und unter den Studenten bekannt gemacht.

Was muss ein Innovationsassistent mitbringen? Neben Fachwissen eine sehr hohe Bereitschaft und eigenverantwortliches Handeln, da im Unternehmen etwas aufgebaut werden soll, das dort noch nicht vorhanden ist.

"In diesem Job kann jemand gleich beim Berufseinstieg viel in einem Unternehmen bewirken", sagt die Projektmanagerin. "Bei denjenigen, die ihr Projekt abgeschlossen haben, ist die Motivation meist groß, auch danach im Unternehmen zu bleiben." Das trifft auch auf Rossgatterer zu. Auch sie blieb ihrem Arbeitgeber Gugler treu und arbeitet heute dort als Entwicklungsingenieurin.

 

Innovationsassistent

Als Innovationsassistenten können sich Jungabsolventen von Universitäten oder Fachhochschulen bewerben, deren Studienabschluss kurz bevor bzw. maximal ein Jahr zurückliegt. Gefördert werden zweijährige Innovationsprojekte, die die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren, Dienstleistungen oder Organisationsstrukturen zum Ziel haben. Diese Projekte sollen eine maßgebliche mittel- bis langfristige Bedeutung für die Steigerung der Innovationskompetenz in oberösterreichischen Klein- und Mittelbetrieben aufweisen. Die Gesamtförderung für die Projektlaufzeit beträgt bis zu 40.000 Euro.

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