Ich kenne jemanden, der kennt jemanden ...
Bild: colourbox.de

Ich kenne jemanden, der kennt jemanden ...

Von Sonderthemen-Redaktion

Mittlerweile ist es ja fast schon zu einem etwas nervigen Modewort mutiert: das "Networking". Die Beziehungspflege zu Karrierezwecken also. Ständig bekommt man zu hören, wie enorm wichtig dieses sei und dass ohne "Vitamin B" im Geschäftsleben eigentlich gar nichts ginge. Ob auf Vorträgen, in Konferenzpausen, beim Business-Frühstück oder After-Work-Drink – Networking findet scheinbar immer und überall statt. Doch muss ich tatsächlich bei jeder Gelegenheit "Jagd auf Visitenkarten" machen, um nicht in Vergessenheit zu geraten? Und wie funktioniert professionelles Netzwerken wirklich?

Netzwerken ist Arbeit

Eines vorweg: Networking ist de facto eine Disziplin für sich. Es geht um die Kunst, im richtigen Moment die richtigen Leute zu kennen. Wer gar nicht netzwerkt, lässt sich möglicherweise wertvolle Geschäftskontakte entgehen. Oder vielleicht sogar ein aufregendes Jobangebot.

Netzwerken ist Arbeit. Einfach nur Visitenkarten zu tauschen und gemeinsam ein Gläschen Sekt zu schlürfen, reicht da nicht. Es geht um die Pflege von Kontakten – über den Austausch von Handynummern hinaus. Die Qualität der Beziehungen ist hier wichtiger als die Quantität. Daher ist es ratsam, sich nicht nur bei seinen Kontakten zu melden, wenn man etwas von ihnen benötigt. Man sollte diese hin und wieder auf dem Laufenden halten und sich in Erinnerung rufen. Dabei ist es aber wichtig, unaufdringlich zu bleiben. Vor allem sollte man auf Massenmails verzichten. Die persönliche Wertschätzung ist beim Networking das A und O.

Wer tut Ihnen gut, wem tun Sie gut?

Ein Netzwerk ist ein Geben und Nehmen. Damit dieses auch stabil bleibt, sollte man sich selber die Frage stellen, was man dazu beitragen kann – das kann Fachwissen sein oder ein weiterer wertvoller Kontakt. Überlegen Sie also zuerst, welchen Nutzen Sie für ein Netzwerk haben. Es gilt: "man erntet, was man sät".

Wählen Sie die Events, die Sie besuchen, gezielt aus. Überlegen Sie im Vorfeld, wen Sie treffen wollen und besuchen Sie nur Veranstaltungen, von denen Sie sich auch einen Mehrwert erwarten. Bereiten Sie sich sorgfältig auf diese vor. Haben Sie immer Visitenkarten dabei, das ist keineswegs "old-school". Kreative Visitenkarten sorgen dafür, dass man länger in Erinnerung bleibt. Wenn Gäste- bzw. Teilnehmerlisten vorliegen, empfiehlt es sich, diese vor einem Event durchzusehen und zu überlegen, wen man gerne kennenlernen möchte. Außerdem kann man gleich darüber nachdenken, wer aus dem eigenen Netzwerk einem diese Person möglicherweise vorstellen könnte. Gerade für Gründer und Jungunternehmer ist Networking wichtig. Ignorieren jene die Macht der Netzwerke, verbauen sie sich so Chancen, um ihr Start-up bekannter zu machen.

Netzwerken im Netz

Schon Jahrhunderte vor der Zeit des Internets arrangierten Königshäuser Hochzeiten, um aus diesen Verbindungen Vorteile zu ziehen. Auch eine Form des Networking, wenn man so möchte. Mit dem rasanten Wachstum des Internets erlebte das Thema natürlich einen regelrechten Hype; die weltweite Vernetzung wird immer einfacher. Facebook, Xing, Twitter und Co. eignen sich nun mal hervorragend zur Beziehungs-Pflege.

Ein Tipp: auf diesen sozialen Plattformen sind oft die Geburtstage der Kontakte bekannt. Ein persönlicher und nett formulierter Geburtstagswunsch kommt bestimmt gut an und ruft einen wieder in Erinnerung – es muss also nicht immer ein geschäftliches Anliegen sein. Neben den digitalen Möglichkeiten sollte man sein Netzwerk aber natürlich auch "analog" pflegen – zum Beispiel bei einem unverbindlichen Kaffee-Plausch.

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