Neu im Job: So finden Sie sich in die Unternehmenskultur am besten ein
Bild: Colourbox/AltoPress / Maxppp

So meistern Sie die ersten Tage im neuen Job

Business-Coach Roman Braun empfiehlt: "Gehen Sie vor wie ein Anthropologe".

Die ersehnte Stelle ist ergattert. Doch wenn der Dienstantritt näherrückt, plagt das Lampenfieber. "Wenn sich jemand vom neuen Job viel verspricht, sollte er sich auf die ersten Tage im neuen Umfeld gut vorbereiten", sagt Business-Coach Roman Braun. "Denn es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck."

Vorab leistet das Internet gute Dienste, um sich über den Arbeitgeber schlau zu machen. "Recherchieren Sie, wer Ihre Vorgesetzten und engsten Kollegen sein werden", rät Braun. Das stimme Neulinge zuversichtlicher für ihre ersten Arbeitstage. "Gehen Sie die ersten zwei Wochen nach Ihrem Start wie ein Anthropologe an das Unternehmen heran, also wie ein Wissenschaftler, der eine neue Kultur erforscht", sagt der Experte. Wahrnehmen lautet die Devise: Wie ist die Gruppe aufgebaut, wer ist Alphatier, wer Mitläufer? Wie werden Informationen weitergegeben?

Braun: "Wichtig ist, herauszufinden, welche Rituale das Unternehmen inoffiziell steuern." Hier gebe es Vordergründiges, das leicht zu entdecken sei, etwa wo und wann gemeinsam gegessen werde oder wer mit wem nach Feierabend noch miteinander auf ein Glas Bier gehe. "Es gibt auch Rituale der Entscheidungsfindung, die an den offiziellen Hierarchien vorbeilaufen", sagt Braun. Oft existiere eine starke meinungsbildende Achse von wenigen Kollegen, die aufgrund ihrer Kompetenz, oft aber wegen ihrer besseren Stellung in der Gruppe die Entscheidungen von Chefs beeinflussen. "So weiß ein Neuling, mit wem er wirklich reden soll, wenn er selbst etwas beeinflussen möchte."

Newcomer müssen nicht alle Spielregeln alleine durchschauen. Braun rät, sich nach dem im Unternehmen am längsten anwesenden Mitarbeiter zu erkundigen und sich mit diesem länger zu unterhalten.

Die Balance macht es aus

Jedenfalls soll die Gruppe spüren, dass der Neuling sich für sie interessiert und sie akzeptiert. Beim Handeln müsse er aber zeigen, weshalb er ein wertvolles Mitglied der Abteilung sei. Denn eine Gruppe brauche jemanden, der neue Qualitäten und Fähigkeiten einbringt. "Wenn sich jemand feinsinnig der Gruppe zuwendet, aber im Selbstausdruck zeigt, wer er ist, entsteht eine Balance", sagt Braun. Spule jemand hingegen nur "sein Ding" ab, prädestiniere das ihn eher für die Rolle eines Außenseiters.

Braun geht davon aus, dass viele Neulinge trotz aller Vorsicht in zwei bis drei Fettnäpfchen treten. Wenn das passieren sollte, gilt es, den Fehler sofort einzugestehen, ihn zu bedauern und klarzumachen, daraus gelernt zu haben. Siehe auch Karrierekommentar hier.

Zur Person:

Roman Braun

Roman Braun ist Geschäftsführer von Trinergy International, Doktor der Philosophie, NLP-Master-Trainer, Master-Coach der ICF, zertifizierter Lebens- und Sozialberater sowie Bestseller-Autor. Er leitet akademische Coaching-Ausbildungen. Zu seinen Klienten zählen u.a. Weltmeister aus dem Sportbereich, Führungskräfte und Politiker.

 

 

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