Bild: privat

Der Duft aus der Flasche

Von Schererbauer

Daniel Fuchs aus Esternberg holt aus den Tannennadeln der Sauwald-Bäume Öle und erzeugt Duft-Extrakte.

Der Besucher wird in eine Welt des Duftes entführt, die sofort an den Wald denken lässt. Die Wissenschaft preist die Waldluft als die gesündeste Luft für den Menschen. Hier, in der Destillationshütte von Daniel Fuchs in Esternberg, wird der Geruchssinn mit den besten Düften des Waldes belohnt. Ein Ausflug, der sich auszahlt.

Seit Jahren – es war einst ein Weihnachtsgeschenk – experimentierte die Esternberger Familie Fuchs mit einem kleinen Destillierkessel aus Kupfer und erzeugte dabei Öle und Hydrolate ( = Wasser mit Duft). Aus dem kleinen und geliebten Zeitvertreib wuchs im Laufe der Zeit bei Daniel der Wunsch nach Größerem. Im Vorjahr besichtigte er mit seinem Vater, der auch ein geprüfter Kräuterpädagoge ist, in Südtirol große Anlagen, die ihn in seinem Verlangen bestärkten. Für den jungen Esternberger und gelernten Einzelhandelskaufmann soll diese Tätigkeit ab nun zum Hauptinhalt werden.

Nur heimische Produkte

Noch ist um sein schmuckes neuerbautes Heim in Moos in der Ortschaft Pfarrhof noch vieles in Arbeit, Steinmauern und Zufahrtswege müssen errichtet werden, die "Destillationshütte" ist jedoch schon erbaut. Drinnen in dem ganz nahe am Eigenheim gelegenen Holzhaus befindet sich ein Edelstahlkoloss – der Stolz des neuen Unternehmers. Von der Firma Heger Edelstahl nach den Vorstellungen und Plänen des Esternbergers zusammengebaut, leistete die Destillationsanlage schon die ersten zufriedenstellenden Ergebnisse. Daniel Fuchs kennt kein ähnliches Unternehmen im Bezirk, auch nicht im Land – eine Marktnische, die er nutzen will. Dazu setzt er auf Regionalität, nur heimische Produkte sollten dabei Verwendung finden.

Wertvoll bescheidene Ausbeute

Im linken Teil des Dampferzeugers befindet sich unten die Ofenheizung. Von hier aus wird der darüberliegende 500 Liter fassende Wassertank mit heimischem Holz beheizt. Der Wasserdampf strömt sodann in den unteren Teil des Destillationszylinders. Von hier aus durchzieht er den Mittelteil, wo an die 500 Liter Nadeln von Fichte, Tanne oder Douglasie lagern. Dabei werden die Ölpartikel aus den Nadeln gelöst. Der heiße ölhaltige Dampf zieht in die Kühlung ab, verflüssigt und fließt dann in die Florentinervase, wo das Wasser vom Öl getrennt wird. Der Heizvorgang wird aus Qualitätsgründen nach drei Stunden beendet.

Die gewonnene Ölmenge ist bescheiden. Aus 500 Litern Fichtennadeln liegt die Ausbeute bei 0,2 Liter Öl. Bei der Riesen- bzw. der Weißtanne ist die Ausbeute mit 0,5 bis 0, 7 Liter etwas höher. Die bisher gewonnenen ätherischen Öle und Hydrolate wurden in einem Schweizer Labor überprüft. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend und aufmunternd. Den Rohstoff – die Zweige mit den Nadeln – bekommt Daniel Fuchs von Waldbesitzern aus Esternberg oder St.Roman angeboten. Nicht nur Nadeln kommen in den Destillator. In einem Versuch wurden auch schon Minzeblätter destilliert. Die Bergamotteminze wurde dazu in diesem Jahr beim Biohof Kargl in Esternberg angebaut und geerntet. Im Bereich der Kräuter und anderer regionaler Rohstoffe eröffnet sich ein großes Potential an Möglichkeiten, das der Esternberger auch nutzen will.

Schau-Destillation

Demnächst sollen "Schaudestillationen" den jungen Betrieb in der Öffentlichkeit bekannter machen – an jedem Freitag will Daniel Interessierten die Möglichkeit bieten, mit den Sinnen sein neues Produkt "Sensoleo" bei seiner Entstehung zu verfolgen – vom Einheizen bis hin zur Florentinervase kann der Zuschauer den Weg des betörenden "Waldduftes" verfolgen.

In seinem neuen Arbeitsreich gibt es auch Verkaufsangebote aus der Ölmühle Raab. Die Produkte des Esternberger Unternehmers bieten wertvolle Unterstützung in der Erkältungszeit, helfen bei rheumatischen Beschwerden und alle Öle des Waldes sind besonders für die Psyche von hohem Wert. Selbst zum Kochen finden sie bei Daniel Verwendung. Wer gern in die Sauna geht, wird in diesem Laden wertvolle Unterstützung finden.

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