Interview mit Rainer Wimmer (SPÖ)
Bild: Alexander Schwarzl

Metaller fordern vier Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaften Pro-GE und GPA stellen für die Metallindustrie die höchste Lohnforderung seit vielen Jahren. Sie liegt mit vier Prozent weit über der Inflationsrate von 1,8 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Lehrlinge sollen spürbar mehr verdienen, die Zulagen für Schichtarbeit erhöht werden.

„Heuer muss es ordentlich rumpeln!“ Was Metallergewerkschafter Rainer Wimmer bereits vor kurzem in den OÖNachrichten angekündigt hat, hat er heute in Wien bei einer Pressekonferenz bekräftigt. Wimmer fordert für die Branche eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um vier Prozent. In Österreich arbeiten 186.000 Beschäftigte in der Metallindustrie.

Als Hauptgrund nannte Wimmer das starke Wirtschaftswachstum. Es soll heuer und nächstes Jahr laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut 2,8 Prozent betragen. Der Metallerchef verwies auch auf den Produktivitätszuwachs von mehr als fünf Prozent in der Branche. „Die Wirtschaftskrise ist überwunden. Es gibt eine sensationelle Auftragslage und boomende Exporte", sagte Wimmer. "Der Aufschwung ist da, Zeit wird‘s, dass auch wir etwas davon haben.“ 

Die Forderung liegt weit über der Inflationsrate von 1,8 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Die Teuerungsrate der vergangenen zwölf Monate sowie der Produktivitätszuwachs bilden traditionell die Berechnungsgrundlage für das Feilschen um den Kollektivvertrag.

Metaller fordern vier Prozent mehr Lohn

WIEN. Die Gewerkschaften Pro-GE und GPA stellen für die Metallindustrie die höchste Lohnforderung seit vielen Jahren. Sie liegt mit vier Prozent weit über der Inflationsrate von 1,8 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Lehrlinge sollen spürbar mehr verdienen, die Zulagen für Schichtarbeit erhöht werden.

Metallergewerkschafter Rainer Wimmer Bild: Alexander Schwarzl

„Heuer muss es ordentlich rumpeln!“ Was Metallergewerkschafter Rainer Wimmer bereits vor kurzem in den OÖNachrichten angekündigt hat, hat er heute in Wien bei einer Pressekonferenz bekräftigt. Wimmer fordert für die Branche eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um vier Prozent. In Österreich arbeiten 186.000 Beschäftigte in der Metallindustrie.

Als Hauptgrund nannte Wimmer das starke Wirtschaftswachstum. Es soll heuer und nächstes Jahr laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut 2,8 Prozent betragen. Der Metallerchef verwies auch auf den Produktivitätszuwachs von mehr als fünf Prozent in der Branche. „Die Wirtschaftskrise ist überwunden. Es gibt eine sensationelle Auftragslage und boomende Exporte", sagte Wimmer. "Der Aufschwung ist da, Zeit wird‘s, dass auch wir etwas davon haben.“ 

Die Forderung liegt weit über der Inflationsrate von 1,8 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Die Teuerungsrate der vergangenen zwölf Monate sowie der Produktivitätszuwachs bilden traditionell die Berechnungsgrundlage für das Feilschen um den Kollektivvertrag. 

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Video: Noch bevor die Lohnverhandlungen bei den Metallern so richtig losgehen, hat die Gewerkschaft am Dienstag ihre Forderungen präsentiert.

 

Höhere Zulagen für Schichtarbeit?

Die Gewerkschaft forderte zudem deutliche Verbesserungen im Rahmenrecht, etwa bei Schichtarbeit und bei Dienstreisen. Wesentlich stärker sollen die Zulagen für Schichtarbeit erhöht werden: für die zweite Schicht um 25 Prozent und für die dritte Schicht bzw. Nachtarbeit um 50 Prozent.

Bei einer Dienstreise ins Ausland sollen Dienstnehmer mindestens die in Österreich zustehende Aufwandsentschädigung erhalten. Hintergrund der Forderung: Der Satz für die Abgeltung des Mehraufwands ist für Reisen nach Osteuropa und außerhalb Europas lange nicht angepasst worden. 

Dass die Gewerkschaften mit ihrer Vier-Prozent-Forderung der SPÖ im Finale des Wahlkampfs noch Rückenwind verleihen wollen, dementierte Wimmer. "Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen einfach mehr Geld", sagte Wimmer und verwies auf die hohen Wohnkosten und die stark gestiegenen Ausgaben für die Produkte des täglichen Lebens. Im August lag die Teuerung beim Mikrowarenkorb laut Statistik Austria bei 4,1 Prozent. 

"Österreich ist nicht abgesandelt"

Wie die Arbeitgeber hoffen auch die Arbeitnehmervertreter der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge und der Gewerkschaft der Privatangestellten GPA auf einen raschen Abschluss. Kommenden Montag gehen die Verhandlungen mit dem größten Metallfachverband, der Metalltechnischen Industrie, in die zweite Runde. "Wir können in zwei Stunden fertig sein", so Wimmer. 

Hans-Karl Schaller, Betriebsratsvorsitzender der voestalpine, erinnerte die Arbeitgeber schon einmal daran, dass sie vor Investoren die Lage der Branche und ihrer Betriebe in den höchsten Tönen lobten, was dann bei KV-Verhandlungen umschlage. "Vielleicht sollten wir die KV-Runden mit den Aktionärstreffen verbinden", meinte er schmunzelnd.

Und GPA-Chefverhandler Karl Dütscher spielte auf den "Abgesandelt"-Sager von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl an und betonte: "Österreich ist nicht abgesandelt, sondern befindet sich auf der Überholspur." 

Kopfschütteln bei Arbeitgebern

Der Wunsch der Gewerkschaften nach einer vierprozentigen Kollektivvertragserhöhung für die Metallindustrie löst bei den Arbeitgebern Kopfschütteln aus. "Diese Forderungen sind weit entfernt von jeder wirtschaftlichen Vernunft", kritisierte Christian Knill, Fachverbandsobmann der Metalltechnischen Industrie. Diese Zahl spiegle weder die Höhe der Inflation noch die Produktivität.

Knill vermutet hinter der Vier-Prozent-Forderung auch innenpolitische Gründe, dies sei "vermutlich der Intensivphase des Wahlkampfes geschuldet". Vielmehr sei es jetzt an der Zeit - nach schwierigen Jahren nach der Finanzkrise im Zuge der Lehman-Pleite - wieder verstärkt zu investieren. "Wir haben in den letzten Jahren den Boden aufbereitet, die ersten zarten Pflanzen sind gewachsen, und es ist ein schwerer Fehler, hier gleich wieder einen Kahlschlag zu fordern," so Knill in einer Presseaussendung.

Sein Fachverband ist mit knapp 130.000 Beschäftigten der größte der insgesamt fünf Metallindustrieverbände und hat bereits vor zwei Wochen die Kollektivvertragsverhandlungen mit einer Gesprächsrunde gestartet. Kommenden Montag wird weiter verhandelt.

Im Vorjahr einigten sich die Arbeitgeber und Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie auf eine durchschnittliche Lohn- und Gehaltserhöhung von 1,68 Prozent. Niedrigverdiener erhielten um bis zu 2 Prozent mehr, für die höchsten Lohnstufen gab es ein Plus von 1,2 Prozent. Basis für das Feilschen ist traditionell die Inflationsrate der vergangenen 12 Monate, diese lag damals bei 0,8 Prozent.

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