Wie Trennungsgespräche sensibel und sachlich geführt werden können

So trennt man sich sachlich von Mitarbeitern

Outplacement-Profi Walter Reisenzein rät: "Bereiten Sie sich vor".

Das 5. HR/Café, zu dem sich knapp 40 Personalverantwortliche diese Woche im Linzer Altstadt-Café Josephine einfanden, beschäftigte sich mit dem Thema Kündigung. "Bereiten Sie sich auf die Situation vor, denn es wird emotional", sagte Walter Reisenzein von OTM Karriereplanung, der sich auf Trennungskultur spezialisiert hat. Alleine das Bewusstsein über mögliche Abläufe helfe, die emotional aufgeladene Situation zu meistern.

Was sage ich wie?

Vorrangig müsse die Botschaft "Sie sind gekündigt und verlassen das Unternehmen" unmissverständlich ausgesprochen werden. Ob und welche Erklärungen hilfreich seien, hänge maßgeblich von den jeweiligen Umständen, der Firmenkultur und vom Verhalten des Gekündigten ab. Abschließend könne ein HR-Verantwortlicher ein Zweitgespräch anbieten, um Details in Ruhe zu klären.

"Stellen Sie sich die Frage, welches Verhalten des zu Kündigenden zu erwarten ist und wie Sie damit umgehen werden", riet Reisenzein. Die Betroffenen könnten entweder beherrscht, geschockt, aggressiv oder verhandelnd reagieren. Eine Reaktion auf den Typus des Verhandlers könnten Angebote sein: Finanzielle, die den Trennungsschmerz mildern oder beratende, die einen Neuanfang erleichtern.

Sich Zeit und Raum nehmen

Sollten mehrere Kündigungen anstehen, sollte ausreichend Zeit veranschlagt werden: Insgesamt etwa 45 Minuten pro Mitarbeiter, jeweils unterbrochen von 15 Minuten Pause für sich selbst. Als Raum sei das Chefbüro ebenso geeignet wie ein neutraler Raum. Es sollte nur die notwendige Intimsphäre gewahrt bleiben. "Also keine Glaswände", riet Reisenzein.

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