Bild: V. Weihbold // Polytec produziert verschiedenste Kunststoffteile für die Autohersteller.

Polytec investiert 140 Millionen Euro bis 2020

Von Dietmar Mascher

Autozulieferer braucht dringend 100 Mitarbeiter – Langsamer Übergang von Friedrich auf Markus Huemer.

Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec steigt aufs Gaspedal und investiert in den kommenden drei Jahren rund 140 Millionen Euro in den Neu- und Ausbau von Werken. Das bestätigen die Firmenchefs Friedrich und Markus Huemer im Gespräch mit den OÖNachrichten. Allein 20 Millionen Euro fließen in die Digitalisierung der Unternehmensgruppe.

Am Holding-Standort in Hörsching herrscht reges Treiben. Die alten Fabrikhallen, die Friedrich Huemer einst übernommen hat und die neben dem modernen Holding-Sitz fast anachronistisch wirken, werden auf den neuesten Stand gebracht, und zwar ohne einen Tag Stehzeit. Die Hallen werden zuerst überbaut, anschließend werden die alten Decken entfernt. 3,5 Millionen Euro kostet dieser Umbau. Dazu wurden 2,5 Millionen Euro in eine Anlage des Gurtener Maschinenbauers Fill investiert. Damit kann Polytec 700.000 Motorabdeckungen im Jahr vollautomatisch produzieren.

Neues Werk für Jaguar

Diese Investitionen nehmen sich freilich bescheiden aus, wenn man den gesamten Investitionsplan des Konzerns bis 2020 betrachtet. Allein 25 Millionen Euro fließen in ein neues Lackierwerk in Telford bei Birmingham, das auf die grüne Wiese gebaut wird und für Jaguar und Land Rover Teile liefert. Aber auch in Ost- und Süddeutschland investiert Polytec unter anderem in den Ausbau von Werken, um den Kunden möglichst nahe zu sein.

"Früher sind wir in erster Linie durch Zukäufe gewachsen, jetzt wachsen wir, indem wir bestehende Werke weiterentwickeln. Dazu brauchen wir aber auch eine höhere Ebitda-Marge und werden auch mehr automatisieren", sagt Friedrich Huemer, der das Unternehmen vor gut 30 Jahren gegründet hat. Sein Sohn Markus sitzt ebenfalls im Vorstand des Konzerns und soll das Unternehmen "zeitnah" übernehmen.

Derzeit 4500 Mitarbeiter

Derzeit beschäftigt Polytec weltweit 4500 Mitarbeiter und wird heuer rund 690 Millionen Euro umsetzen. Die Nachfrage nach Autoteilen sei zufriedenstellend, sagt Markus Huemer.

Was dagegen Unbehagen bereitet, ist der Mitarbeitermangel. Polytec bräuchte sofort 100 Angestellte. Das Gerangel um fähige und fachlich versierte Leute auf dem Markt sei groß. "Ein große Herausforderung. Aber das ist allemal besser, als Werke schließen und Mitarbeiter kündigen zu müssen", sagen die Huemers.

Das Thema E-Mobilität sehen sie gelassen. "Wir können die Entwicklung nicht beeinflussen, sondern müssen darauf möglichst rasch reagieren", sagt Friedrich Huemer. "Wir erwarten aber auch nicht, dass es zu einem schlagartigen Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb kommt", sagt Friedrich Huemer. "Ich gehe eher davon aus, dass der Umstieg langsamer kommt als erwartet. Und wenn er kommt, werden die E-Autos auch Leichtbau brauchen. Und da sind wir mit unseren Kunststoffteilen konkurrenzfähig."

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