Kompetenzen, die fit für die Zukunft machen

Kompetenzen, die fit für die Zukunft machen

Schon beim Spielen in der Kindheit werden wesentliche Kompetenzen entwickelt, die man aber ständig weiterentwickeln muss.

Die Technisierung, Digitalisierung und die Globalisierung unserer Welt nehmen zu. Routinearbeiten werden automatisiert. Doch welche Fähigkeiten brauchen wir, um unsere Arbeit zu bewältigen? Welche Fähigkeiten können helfen, um die Komplexität des Lebens zu meistern? Auch wenn in den nächsten Jahren viele Berufsbilder verändert und manche verschwinden werden, bleiben noch viele Aufgaben für den Menschen, bzw. für Mensch und Computer. Wo die Reise hingeht, kann man nicht sagen. Doch es ist wie auch schon bisher: Plötzlich steht man vor Herausforderungen, von denen man nicht einmal wusste, dass sie existieren werden.

"21st Century Skills"

Um dem steten Wandel gewachsen zu sein, sind Schlüsselkompetenzen gefragt, die helfen, sich immer wieder neuen Anforderungen anzupassen. Gemeint sind Kompetenzen, die auch als "21st Century Skills" oder als Innovationskompetenzen bezeichnet werden. Die wichtigsten sind: Kreativität, Problemlösungskompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Empathie. Auch Charaktereigenschaften wie Neugierde, Eigeninitiative und Hartnäckigkeit spielen eine Rolle.

Kreative Lösungen, Innovationen und kritisches Denken

Weltweit befassen sich Wissenschaftler mit diesem Thema. Die amerikanische Organisation Partnership for 21st Century Learning (P21), in der sich Wirtschaftsvertreter, Bildungsfachleute und am Gesetzgebungsprozess Beteiligte für Bildung in einem digitalen Kontext einsetzen, kreierte das Modell der Four Cs – im Deutschen 4K: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken. Das mag nicht unbedingt neu klingen, denn schließlich kam es schon immer auf Kommunikation, Zusammenarbeit, Kreativität und kritisches Hinterfragen an. Neu ist, diese Kompetenzen im digitalen Kontext zu betrachten. Ein Blick auf die Veränderung der Kommunikation in den letzten Jahren oder Jahrzehnten macht die Dynamik offensichtlich. Im Bereich der Zusammenarbeit oder Kollaboration birgt die Digitalisierung riesige Chancen. Kreative Lösungen, Innovationen und kritisches Denken finden hier gute Voraussetzungen.

Das Modell 4C wurde in den USA von vielen Schulen aufgegriffen. Bildungsforscher und OECD-Mitarbeiter Andreas Schleicher stellte das Modell 2013 auf der re:publica vor. Die Konferenz in Berlin widmet sich den Themen Digitalisierung und Gesellschaft in Europa. Ziel der re:publica ist es, die Chancen und Vorteile der Digitalisierung in den einzelnen Lebensbereichen vorzustellen und diese gleichzeitig kritisch zu beleuchten.

Schon beim Spielen werden Kompetenzen erworben

Wie sich das Gehirn in der Kindheit entwickelt, hängt entscheidend davon ab, wie und was wir in den ersten und wesentlich prägenden Jahren tun. Das Spielen, nimmt dabei eine entscheidende Rolle ein. Spielerisch entwickeln Kinder Fähigkeiten, die es ihnen erleichtern, sich auf immer neue Anforderungen einzustellen.

Teil der amerikanischen Organisation "P21", ist auch die LEGO Gruppe. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa (2016) im Auftrag der LEGO GmbH zeigte, dass mehr als die Hälfte der befragten Eltern der Meinung sind, dass Kinder durch das freie Spiel alles Notwendige für ein erfolgreiches Schul- und Berufsleben lernen. Befragt wurden Mütter und Väter, die ein oder mehrere Kinder im Alter zwischen einem und fünf Jahren haben. Als Fähigkeiten, die laut Eltern in der Zukunft besonders wichtig für ihr Kind sind, nennen sie an erster und zweiter Stelle Teamfähigkeit (55 Prozent) und Kommunikationsfähigkeit (46 Prozent). Dicht gefolgt werden diese Kompetenzen von Durchsetzungsfähigkeit, Lösungskompetenz und Eigeninitiative. Deutlich wurde, dass die Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts Eltern wichtig sind, obwohl die meisten der Befragten noch nie etwas von den "21st Century Skills" gehört haben. Das Spielen mit Bausteinen unterstützt die in der modernen Welt gefragten Fähigkeiten. Kinder können einzigartige Werke schaffen und in Rollen unterschiedlichster Charaktere schlüpfen. Mit dem Perspektivenwechsel wird ihre Empathie gestärkt. In Interaktion mit Eltern, Geschwistern und Freunden lernen sie, wie sie ihre Ziele erreichen können, und erleben, was Kompromisse und soziale Kompetenz bedeuten.

 "Soft Skills" machen sympathisch

Hinter dem Begriff "Soft Skills" verbirgt sich Ähnliches. Der Begriff steht für ein Bündel an Fähigkeiten, die man sowohl beruflich als auch privat braucht: Wer über Soft Skills verfügt, wirkt sympathisch, vertrauenswürdig und kompetent, ist sicher in der Kommunikation und hat eine hohe Lösungskompetenz.

Derartige Kompetenzen werden aber nicht nur in der Kindheit entwickelt, sondern müssen auch in der Jugend oder im Erwachsenenalter trainiert werden. Wer an seinen Kompetenzen arbeiten möchte, kann entweder ein Coaching nützen oder ein passendes Training wählen.

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