Der Job eines Interim-Managers ist im Kommen
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Job eines Interim-Managers ist im Kommen

Von Susanna Sailer

Experten, die ein Unternehmen vorübergehend professionell (beg)leiten, brauchen viel Fachwissen und Flexibilität

Ein Berufszweig, der in anderen europäischen Ländern schon weit verbreitet ist, kommt auch in Österreich immer mehr zum Einsatz: der Interim-Manager. Dabei handelt es sich um eine selbständig tätige Top-Führungskraft, die in einem Unternehmen für ein zeitlich befristetes Projekt an Bord geht und dieses nach dessen Abschluss wieder verlässt.

"Interim-Manager kommen, wenn Zeitdruck herrscht, rasch ein Projekt optimiert und umgesetzt werden muss und dafür die internen Personalressourcen nicht ausreichen", sagt Martin Mayr, Vorstandsvorsitzender der DÖIM – Dachorganisation österreichisches Interim-Management. Ein Unternehmen könne auf diese Weise externes Know-how zukaufen.

Mayr: "Meist sind schwierige Situationen zu bewältigen. Interim-Manager brauchen neben jahrelanger Erfahrung und fundiertem Fachwissen viel Stressresistenz." 15 Prozent der Fälle seien Restrukturierungen. Beim Rest handle es sich um strategisch wichtige Projekte, wie Vertriebsaufbau, Umorganisationen oder Begleitungen bei Unternehmensnachfolgen. Im Schnitt laufen Projekte sieben bis zwölf Monate, in manchen Fällen aber auch bis zu eineinhalb Jahre.

Um die richtige Führungskraft auf Zeit für die jeweilige Aufgabe zu finden, beziehen Unternehmen einen Provider als Vermittler ein. Mayr ist Geschäftsführer der Salzburger GoInterim und damit selbst als Projektvermittler tätig. Diese gesuchten Fachkräfte müssen die Fähigkeit mitbringen, rasch einzuschätzen, was sich in einem für sie neuen Betriebsumfeld abspielt. "Es braucht dafür schon das spezielle Interim-Manager-Gen", sagt Mayr.

Einer, der dieses Gen besitzt, ist Klaus Dirnberger aus Enns. Der Berater und Mediator wurde 1996 das erste Mal als Interim-Manager aktiv. Seither leitete er mehr als 100 Projekte und war zuletzt zwölf Jahre geschäftsführender Gesellschafter bei Anger Machining in Traun.

Ein Generalist, der gestalten will

"Ausgehend von meinen Ursprungsthemen Organisation und Controlling habe ich mich immer mehr zum Generalisten entwickelt", sagt Dirnberger. Er selbst beschreibt sich als "Unruhegeist, der sich bereits in seiner Anfangsphase als Angestellter meist nach drei bis sechs Monaten in einem Unternehmen komplett neue Herausforderungen suchte". Später machte er sich als Unternehmensberater selbständig. Dirnberger: "Da ich aber nicht nur beraten, sondern selbst aktiv gestalten wollte, war der Schritt ins Interim-Management für mich naheliegend."

Wer in diesem Job erfolgreich sein will, muss rasch analysieren, Lösungen entwickeln und diese fristgerecht abliefern. Er braucht ein gutes Netzwerk und muss bereit sein, bei Bedarf ins Ausland zu gehen. Mayr: "Oft braucht’s einen Zweitwohnsitz. Die Projekte liegen oft nicht vor der eigenen Haustür."

Konferenz in Salzburg

Die DÖIM – Dachorganisation österreichisches Interim Management – veranstaltet am 15. und 16. März ihre 4. Konferenz im Hotel Crowne Plaza – The Pitter in Salzburg. Diesmal steht die Veranstaltung ganz im Zeichen von Familienunternehmen. Unter anderem spricht Matthias Winkler, Geschäftsführer des Hotels Sacher, über die Nachfolge in Familienunternehmen. Informationen dazu hier.

 

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