Die ersten 100 Tage als neuer Chef
Bild: Frederic Cirou / PhotoAlto

Die ersten 100 Tage als neuer Chef

Von Susanna Sailer

Tipps, wie Führungskräfte die Anfangsphase in ihrer Position überstehen

Die ersten 100 Tage sind für neue Manager und Führungskräfte entscheidend, um Vertrauen und Kompetenz aufzubauen. Die Zeitspanne wird als Schonfrist angesehen, um sich in der neuen Funktion wohl und handlungsfähig zu fühlen.

"Der erste Eindruck zählt. Was am Anfang verbockt wird, kann schwer wieder repariert werden", sagt Julia Pichler-Roßbach, Coach und Trainerin bei ARS – Akademie für Recht, Steuern & Wirtschaft. Die ersten 100 Tage sollten der Diagnose dienen. Wichtig sei, die Rahmenbedingungen auszuloten und sich eine Strategie zurechtzulegen.

Auch wenn es vielen Mitarbeitern gefallen würde, wenn die neue Führungskraft genauso weitermachte wie ihr Vorgänger, rät die Trainerin davon ab: "Eine Führungskraft ohne Neuerungen ist nur Verwalter. Es gehört dazu, Eigenes einzubringen." In den ersten Monaten sollte die Kommunikation im Vordergrund stehen, indem Einzelgespräche mit den Teammitgliedern geführt werden. Jetzt sei die wichtigste Zeit, sich sein Team aufzubauen.

Ungeduld sei jedoch nicht angebracht. "In den ersten 100 Tagen sollte es zu keinen großen Veränderungen kommen. Denn alles hat seine Ursache. Es ist besser, sich schlau zu machen, warum sich etwas so und nicht anders entwickelt hat."

Wird ein ehemaliges Teammitglied zur Führungskraft befördert, besteht die Gefahr, dass ihm der Absprung in die Chefposition nicht gelingt. "Nicht mehr so wie früher Teil des Teams zu sein, fällt schwer. Es wird hinter dem Rücken getratscht und leitende Personen sind nicht mehr überall dabei", gibt die Trainerin zu bedenken.

Klare Zeichen setzen

Freunde oder Verwandte, mit denen die Zusammenarbeit gut klappte, erwarten manchmal, bevorzugt behandelt zu werden. Hier gilt es, klare Zeichen zu setzen: Freundschaft weiterhin gerne, aber keine Ausnahmen im Job.

Frisch gebackene Führungskräfte sollten das Gespräch mit jenen Mitbewerbern suchen, die für diese Position auch gerne zum Zug gekommen wären. Enttäuschte können durchaus wütend reagieren. Das sei besser als unterdrückte Wut. Die Gefahr sei dann groß, dass diese Personen es einen spüren lassen, dass sie ihrer Ansicht nach die Besseren für diesen Job gewesen wären, meint die Trainerin. Sie rät, Verständnis zu zeigen und weiterhin um gute Zusammenarbeit zu bitten. "Wenn das nicht ankommt, besteht die Möglichkeit, den Betreffenden beim Ausstieg oder Umstieg in eine andere Abteilung zu unterstützen." (Lesen Sie dazu auch den Kommentar.)

Am 3. Mai startet die Akademie ARS den Lehrgang "Die ersten 100 Tage als Führungskraft" im Hotel Schillerpark in Linz. www.ars.at

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