Tom Weber, Betriebsleiter der Stadtliebe und Astrid Kuhn mit ihrem Sohn Leon
Bild: Stadtliebe: v.l. Tom Weber, Leon und seine Mutter Astrid Kuhn

Restaurant Stadtliebe will mehr junge Mamis an Bord holen

Von Susanna Sailer

Tom Weber, Betriebsleiter des Linzer Lokals Stadtliebe, bietet Arbeitsverträge für Mütter mit Kleinkindern mit familienfreundlichen Arbeitszeiten.

"Viele Gastronomen jammern, dass sie keine Mitarbeiter finden, aber sie werden selbst nicht flexibler. Wir gehen einen anderen Weg", sagt Tom Weber. Der Betriebsleiter des Linzer Restaurants Stadtliebe an der Landstraße setzt speziell im Servicebereich auf junge Mütter mit Kleinkindern, indem er auf deren Bedürfnisse bei den Arbeitszeiten eingeht. Den Stein ins Rollen brachte seine Service-Mitarbeiterin Astrid Kuhn, die selbst Mutter eines zweieinhalbjährigen Sohnes ist. Als es nämlich für sie immer komplizierter wurde, ihren Leon in gute Hände zu geben, während sie ihrer Arbeit in im Restaurant Stadtliebe nachging, war sie nahe daran, ihren Job zu kündigen. "Sie ist eine tolle Mitarbeiterin, die ich nicht verlieren wollte", erzählt Weber. Also setzte er sich mit ihr hin und arbeitete einen Dienstvertrag aus, der auf die zeitlichen Möglichkeiten der jungen Mama Rücksicht nimmt.

Mutterfreundliche Dienstzeiten

Astrid arbeitet nun von 9.30 bis 17 Uhr und kann stets pünktlich ihre Arbeit beenden. In diesem Zeitraum kann sich nämlich ihre Mutter um den kleinen Leon kümmern. "Ich muss sowieso jede Tages- und Abendzeit mit genügend Personal besetzen, da wir ganztätig warme Küche anbieten", sagt Weber. Also richtet er bei der Personalsuche sein Augenmerk auf noch mehr junge Mütter, die fachlich qualifiziert sind, um im Servicebereich zu arbeiten. Denn es gäbe viele, die gerne aus der Karenz zurückkehren wollen, sich aber bis dato wegen der in einem Gastronomiebetrieb meist üblichen Dienstzeiten nicht getrauten, sich zu bewerben.

Für Weber steigt dabei der Aufwand beim Erstellen des Dienstplanes. "Die Beschäftigtenanzahl schwankt bei uns zwischen 30 und 32 Mitarbeitern. Und die arbeiten ganz unterschiedlich - es gibt Vollzeit- und Teilzeitkräfte, aber auch Leute, die tageweise anwesend sind", sagt der Betriebsleiter. "Da wird die Dienstplanung schon mal zur Action, aber das ist mir egal."

Mitarbeiter-Wohngemeinschaft, Kost & Logis frei

Es sei tatsächlich immer schwieriger, vor allem für den Service qualifizierte Fachkräfte aus der Umgebung zu finden. Zur Personalsuche müsse der Radius immer weiter gezogen werden. Um diesen Mitarbeitern eine Wohnmöglichkeit bereit zu stellen, hat das Restaurant Stadtliebe eine 140 Quadratmeter große Wohnung gemietet, die vom Lokal aus binnen fünf Minuten fußläufig zu erreichen ist. Sie bietet Platz für eine Mitarbeiter-Wohngemeinschaft, die aus vier Leuten bestehen kann.

"Bei uns ist Kost und Logis gratis. Darauf bekommen wir ganz schnell positives Feedback", ist Weber überzeugt. Ein Restaurant in der Stadt müsse zwischenzeitlich auch jene Standards bieten, die Gastronomiemitarbeiter von der Saisonarbeit her kennen. "Du musst als Gastronom die Unterkunft und das Essen zur Verfügung stellen, die Zimmer mit einem TV-Gerät ausstatten und einen Internet-Anschluss anbieten. Dann kriegst du auch Leute", sagt der Stadtliebe-Betriebsleiter.

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