Bild: F.Frühauf // Hallstatt, ein Ort mit Atmosphäre und so guter Luft, dass man sie an Touristen verkaufen will.

Hallstatts Luft in Dosen für asiatische Touristen

Von gs, rgr / OÖN

Ein Besuch in Hallstatt ist für Touristen aus Asien Pflicht. Dass sie bald schon mit Hallstatt-Luft in Dosen nach Hause fahren könnten, liegt an zwei Unternehmern, die Luft abfüllen und verkaufen wollen.

Die Idee, Luft aus Hallstatt mit nach Hause zu nehmen, ist so kurios, dass es nach einem Scherz klingt. So ging es anfänglich auch Michael Preidt. Der in Hallstatt lebende gebürtige Linzer erkannte aber schon vor eineinhalb Jahren, dass es für den Scherz einen Markt gibt. Nicht in Europa, aber in Asien. Von dorther strömen Touristen jedes Jahr in Massen nach Hallstatt - und wollen liebend gerne etwas aus der Region mit nach Hause nehmen. Warum sollte das nicht Luft sein?

Produkt: "Hallstatt Air"

Diese Überlegungen waren die Geburtsstunde von „Hallstatt Air“. Preidt entwickelte „sein Produkt“, baute eine eigene Abfüllanlage in Hallstatt, stellte die Idee dem Gemeinderat vor und wartet nun seit September des vergangenen Jahres auf die Erteilung der Betriebsstättengenehmigung. Dabei geht es um den Kompressor, der die Hallstätter Luft in Dosen pressen soll. Allfällige Lärmemissionen sollen jetzt bei einer neuerlichen Begehung des Areals untersucht werden. Preidt ist im Gespräch mit den OÖN etwas verärgert: „Mit wurde seitens der Behörde gesagt, es seien alle Voraussetzungen gegeben, aber ich warte seit Monaten auf das Okay. Es ist jetzt Mai, die Saison beginnt, und ich möchte gerne mit dem Abfüllen der Luft beginnen.“

Konkurrenz am Luftmarkt

Was noch schwerer wiegt: Mit „Hallstatt Breeze“ des Wieners Rainer Garger gibt es nun ein Konkurrenzprodukt, das bereits in den Startlöchern steht. Laut orf.at hat Garger seine Hallstätter Luft in Dosen bereits fertig und sondiert gerade den chinesischen Markt dafür. Dabei stammt die Luft nicht aus Hallstatt, sondern aus Gosau. Dort wird sie in Kompressionsflaschen abgefüllt und dann weitertransportiert. Zu einem Unternehmen, das die mit Zirben- und Wiesenblütenduft versetzte Luft in Acht- und Zwölfliter-Dosen abfüllt - für 80 oder 120 Inhalationen, heißt es.

Preidt ist sauer. „Die Konkurrenzfirma hat irgendwann angefangen, unser Produkt ‚Hallstatt Air‘ zu kopieren.“ Zudem würde die Luft in Gosau abgefüllt. Ein Etikettenschwindel für den Hallstätter. „Wenn ich schon so etwas verkaufe, dann will ich zumindest, dass es authentisch ist“, so Preidt, der den Touristen auf diese Art mit „Hallstatt Air“ ein „Stück Atmosphäre von ihrem Traumurlaub in Hallstatt mitgeben“ will.

Skeptischer Bürgermeister

Dass es sich bei ihren Produkten um Souvenirartikel handelt, ist beiden Herstellern klar. Hallstatts Bürgermeister Alexander Scheutz tut sich schwer mit der Einschätzung der Verkaufsidee. Scheutz betrachtet es laut orf.at als unangenehm, dass der Ort immer wieder für verschiedene Produkte verwendet werde, die speziell auf den asiatischen Markt zugeschnitten seien. „Da wollen viele Menschen mit unserem Namen Geld verdienen“, so der Bürgermeister, der davon ausgeht, dass die Touristenströme nach Hallstatt noch mehr werden, als sie es ohnehin schon sind. Aber schützen könne man den Namen Hallstatt nicht.

So gesehen werden sich auch die Luft-Geschäfte nicht verhindern lassen. Egal, ob „Air“ oder „Breeze“. Sollte die Idee aufgehen, dann haben Preidt und/oder Garger einen riesigen asiatischen Markt für Hallstätter Luft in Dosen. Während der Wiener noch nicht zu viel ins Detail gehen will, hat der Hallstätter Anbieter schon seine genauen Vorstellungen. „Wir werden die Dosen nicht unter 20 Euro verkaufen“, sagte er den OÖNachrichten. Dafür gibt es 4,2 Liter komprimierte Luft - und eine Inhalationsmaske dazu.

Bitte Javascript aktivieren!