Bild: PG Studios // Finanzchefin Ursula Schöneborn-Siligan, Geschäftsführer Alfred Hiebl, Verkaufs- und Marketingleiter Rainer Roll, Betriebsleiter Stefan Derntl (v.l.)

Eine Linzer Firma, die sich im Grenzbereich bewegt

Von Martin Roithner

Softwareunternehmen MIC entwickelt Programme zur Zollabwicklung – Weltmarktführer expandiert nach Mexiko.

Diese Firma arbeitet täglich an der Grenze. Hinter der etwas sperrigen Bezeichnung Managing International Customs and Trade Compliance verbirgt sich MIC mit Sitz in Linz. Das Unternehmen stellt seit 1988 Programme zur Zollabwicklung her und hat sich damit in einer Marktnische international einen Namen gemacht – neben Größen wie dem deutschen Softwarekonzern SAP oder dem amerikanischen Unternehmen IBM. Laut eigenen Angaben ist MIC sogar Weltmarktführer.

An vielen Grenzübergängen in Europa oder den USA kontrolliert die von MIC entwickelte Software, ob die Waren korrekt von A nach B transportiert werden. "Die Anforderungen sind hoch", sagt Ursula Schöneborn-Siligan, Finanzchefin der Linzer Firma. Einerseits gehe es darum, alle rechtlichen Vorschriften zu beachten, andererseits müsse die Abwicklung rasch über die Bühne gehen, um Zeitvorgaben einzuhalten. Der Prozess funktioniere fast zur Gänze automatisch über Schnittstellen und Oberflächen, sagt Schöneborn-Siligan. Damit ist es aber noch nicht getan: Weil jedes Land unterschiedliche Handelsabkommen mit anderen Ländern trifft, müsse auch die Software entsprechend angepasst werden.

Darüber hinaus gibt es von Branche zu Branche Unterschiede: Passiert etwa ein Auto die Grenze, "müssen mehr als 2000 Teile einzeln kontrolliert werden", so die MIC-Finanzchefin. Von den weltweit jährlich 60 Millionen produzierten Autos komme etwa die Hälfte mit der Software aus Oberösterreich in Berührung. Mehr als 500 Konzerne in 50 Ländern nutzen die Software, darunter Volkswagen, Ikea, Procter & Gamble oder Siemens. Auch Textil- und Tabakfirmen gehören zu den Kunden.

Umsatz mehr als verdoppelt

Vor 30 Jahren in Linz gegründet, hat MIC mittlerweile zehn Standorte weltweit. Jüngster Zuwachs ist eine Niederlassung in Mexiko City. "Da haben wir schon Projekte laufen und wollen nun näher am Kunden sein", sagt Schöneborn-Siligan.

In der Gruppe beschäftigt MIC rund 300 Mitarbeiter, davon 220 in Linz. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 32 Millionen Euro. Vor zehn Jahren waren es zwölf Millionen gewesen. Der Ausblick stimmt die Finanzchefin positiv: "Der Markt wächst jedes Jahr um etwa 15 Prozent, und wir wollen mitwachsen." (rom)

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