Bild: (APA/HERBERT PFARRHOFER)

Karrierekommentar. Sorgfältig verschlafen

Von Sigrid Brandstätter

Sie sind gesucht wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Experten in praktisch allen technischen Fächern. Ist dann endlich einer gefunden, der sich einen Jobwechsel vorstellen kann, beginnt für viele Personalisten ein Wettlauf auf mehreren Strecken.

Wechselwillige Spezialisten haben meistens mehrere Angebote im Köcher. Da kommt bei der Entscheidung viel auf das Bauchgefühl an, ob sich der Kandidat auch entsprechend gut aufgehoben fühlt während des Bewerbungsprozesses.

Der Rekruter muss nicht nur die Kandidaten bei Laune halten, er oder sie muss auch im eigenen Unternehmen einen Dauerlauf hinlegen und auf kurzfristige Vorstellungstermine beim jeweiligen Vorgesetzten drängen. Die Chefs sollen dann auch vorbereitet auf die Gespräche sein – dann fühlen sich die Kandidaten wertgeschätzt. Noch zäher ist es dann für die Personalisten, permanent auf rasche Entscheidungen drängen zu müssen.

Wochenlange Wartezeiten sind zwar nach wie vor üblich – werden aber von den Fachexperten nicht mehr akzeptiert. Entsprechend gilt oft first come, first serve. Entscheider in Firmen haben nicht realisiert, dass ihr sorgfältiges Abwägen als Schwäche und fehlende Dynamik interpretiert wird. Antworten binnen 24 Stunden bekommt im besten Fall der Kunde, nicht die lang gesuchte Verstärkung.

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