Bild: HERBERT PFARRHOFER (APA/HERBERT PFARRHOFER)

Zukunftssorgen

Von Sigrid Brandstätter

Diese Woche wurden die jüngsten Tests der österreichischen Bildungsstandards veröffentlicht. Nur jeder zweite 14-Jährige hat ein gutes Textverständnis, jeder sechste kann einfache Artikel nicht sinn-erfassend lesen.

Jeder Personalchef, jede Personalchefin müsste darob entsetzt sein.

Ebenfalls in dieser Woche hat das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) eine Umfrage unter 1000 Industriebetrieben veröffentlicht. Dabei geben sie als dringendste Zukunftssorge an, dass ihnen Facharbeiter und Akademiker fehlen werden – Erstere sogar noch dringender als Studierte (Seite 2). Und ihr Gefühl täuscht sie nicht. Was allein die Demografie bringt, ist im Fachkräftemonitor des Wirtschaftsressorts des Landes Oberösterreich im Internet abgebildet: Hochgerechnet werden schon in fünf Jahren 25.000 Lehrlinge und 13.000 Akademiker fehlen. Die mangelnden Grundfähigkeiten kommen da noch obendrauf.

Entsprechend sehen die Unternehmen in der Umfrage das qualifizierte Personal als kritischsten Standortfaktor – das schlägt sogar den Dauerbrenner der Steuern und Abgaben. Arbeitsmarkt- und Standortpolitik muss also in der Schule beginnen. Immerhin dauert es ohnehin länger als ein Jahrzehnt, bis Verbesserungen im Bildungssystem bei Volksschülern in den Betrieben ankommen.

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