Sigrid Brandstätter
Bild: OÖN

Der Faktor Zeit

Von Sigrid Brandstätter

Die Digitalisierung stellt Geschäftsmodelle auf den Kopf. Zwischenhändler verlieren an Bedeutung, weil Hersteller verstärkt den direkten Weg zu ihren Kunden suchen. Buchungsplattformen übernehmen die Marktmacht etablierter Reiseveranstalter. Autobauer zerbrechen sich den Kopf über Mietangebote für ihre Karossen in Ballungsräumen, und so weiter.

Traditionelle Industriebetriebe müssen über völlig neue Funktionen für ihre Produkte nachdenken. Immer öfter lassen sich diese Etablierten darauf ein, mit jungen Start-ups zusammenzuarbeiten (siehe Seite 4).

Diese Zusammenarbeit birgt Chancen und Risiken für beide Seiten. Kleine profitieren vom Wissen über Kunden, Markt und Produkte der Großen. Ihr unvoreingenommener Zugang zu Problemlösungen tut umgekehrt eingespielten Organisationen gut.

Ein Erfolgsfaktor heißt: Heraus aus der eigenen Komfortzone. Kreative Entwickler werden durch die Kooperation gezwungen, sich auch im Vertrieb zu professionalisieren. Große werden damit konfrontiert, eigene Hierarchien zu hinterfragen.

Damit die Zusammenarbeit gelingt, müssen beide Seiten auch investieren. Die unterschätzte Ressource ist dabei oft nicht das Geld, sondern die Zeit – auch für den Erfahrungsaustausch mit anderen. Dann profitieren Nachkommende von den Erkenntnissen, und diese Form der spannenden Zusammenarbeit kann bei vielen gelingen.

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