Jugend mit tablet, Job
Bild: Colourbox.de

Qual der Wahl ist gut

Von Sigrid Brandstätter

Am 12. August ist der internationale Tag der Jugend. Doch nur in der Schweiz, in Deutschland, Südtirol und Österreich haben die Jugendlichen die Wahl: Steige ich gleich in einen Beruf ein oder später. Das System der Lehre – wie wir es kennen – ist international ein Minderheitenprogramm. Dabei entscheidet sich in Oberösterreich noch immer fast die Hälfte der Jugendlichen für eine Lehre. Im Großteil der Welt findet die Berufsausbildung in den Schulen statt. Dort studiert man den Beruf der Köchin, des Automechanikers.

Der Erfolg unseres Nischenprogramms ist auf mehreren Ebenen zu sehen: Bei internationalen Berufsmeisterschaften schneiden die in Betrieb und Berufsschule Ausgebildeten überdurchschnittlich gut ab. Den Beweis werden die heimischen Fachkräfte heuer im Oktober bei den World Skills wieder erbringen. Die Betriebe profitieren von den guten Fachkräften. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in unseren Breiten niedrig. Neben den Produkten exportieren heimische Industriebetriebe inzwischen diese Ausbildungsform auch in andere Teile der Welt, wo Institutionen fast dankbar Unterstützung anbieten, um die Lehre zu etablieren.

Verbesserungen bräuchte es noch bei den Möglichkeiten, mit einem Lehrabschluss auch zu studieren oder erst nach der Matura eine Lehre zu absolvieren. Hier liefern Baden-Württemberg und die Schweiz Beispiele, wie Karrierewege breiter geöffnet werden könnten.

Unterm Strich ist es aber so, dass es gut ist, wenn die Jugendlichen die Qual der Wahl haben: Entscheide ich mich für eine Lehre? Und wenn ja: Für welchen der mehr als 200 Lehrberufe?

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