Patient und Arzt im Gespräch
Bild: Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Soft-Einstieg als Gewinn

Von Sigried Brandstätter

Diese Woche wurde eine erste Bilanz über die mit Juli eingeführte Wiedereingliederungsteilzeit gezogen. Landläufig wird sich dafür wohl eher der Begriff des Teilzeitkrankenstandes einbürgern.

Wer mindestens sechs Wochen krank war, kann so mit reduzierter Arbeitszeit wieder im Berufsalltag Fuß fassen. Allein in den ersten zehn Julitagen wurden in Oberösterreich 45 Fälle bewilligt, bis Donnerstag dieser Woche zählt die Gebietskrankenkasse 83 abgewickelte Fälle. Damit übertrifft die Inanspruchnahme die Erwartungen bei weitem.

Denn dieses Modell kann ein Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sein. Die Firma kann die Fähigkeiten ihres Mitarbeiters wieder einsetzen. Endlich wieder dem eigenen Beruf nachgehen zu können, ist für die vollständige Genesung für viele förderlich.

Es wäre aber nicht Österreich, wäre das Modell nicht mit einigem administrativen Aufwand verbunden. Sind sich Chef und Patient einig, den sanften Einstieg zu machen, erfolgt zuerst eine arbeitsmedizinische Untersuchung. Dann definieren beide einen Wiedereingliederungsplan. Dazu müssen beide Seiten wissen, wie viele Wochenstunden der Betroffene leisten kann. Das ist in einer Vereinbarung schriftlich festzuhalten. Das alles muss vom Chefarzt genehmigt werden.

Die Chance ist aber intakt, dass die Erfahrungen der ersten Monate zu einer Vereinfachung des Modells führen.

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