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Fluch und Segen

Manchen Spezialisten ist es längst lästig: Sie haben im Verlauf ihrer Karriere ihren Lebenslauf an mehrere Personalberater geschickt. Das Ergebnis: Heute kommen wöchentlich Jobangebote oder Anrufe von Headhuntern. Man könnte sagen, ein Luxusproblem. Aber auch eines, dessen sich die Betroffenen bald entledigen können: Der EU-Datenschutz-Grundverordnung sei Dank (Bericht dazu hier). Persönliche Daten dürfen nicht ohne Zustimmung des Betroffenen längerfristig gespeichert werden. Unwillige Kandidaten können ab Mai auf einem Löschen der Daten bestehen.

Für Personalberater sind diese Namen und Karriereverläufe aber Gold wert. Eine üppige Datenbank ist das kleine Einmaleins in dieser Branche – allerdings nur, wenn der Datenbestand gepflegt wird. Insofern ist diese Vorgabe der EU Fluch und Segen: Die Daten müssen aktualisiert werden, das bedeutet viel Arbeit, aber mehr Aktualität. Das Umsetzen erfordert im täglichen Geschäft eine neue Sorgfältigkeit – bringt aber mehr Bürokratie. Lebensläufe per E-Mail durch die Abteilungen zu schicken, das spielt es nicht mehr.

Es wird nicht lange dauern, bis erste Klagen geführt werden. Das Strafausmaß mit bis zu vier Prozent des Umsatzes zeigt auch: Die Verordnung ist ernst zu nehmen.

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