Ab in die Techno-Pause

Von Sigrid Brandstätter

Jeder, der vor einem Computer sitzt, kennt das: Das Gerät reagiert nicht mehr. Dabei zählt gerade jede Minute. Völlig klar, dass dann der Körper das Stresshormon Cortisol ausschüttet. Hier kommt der digitale Stress ganz klar von außen.

Wirklich? Nicht immer. Häufig sind es Bedienungsfehler, die zu verzweifelten Hilferufen führen, "bei mir geht nichts mehr". Teilweise sind die Anwender selber schuld. Wer braucht schon eine Einschulung nach Software-Updates? Da wird sich nicht viel geändert haben, ich halte mich nicht mit einem Kurs auf.

Das ist eine Seite der Medaille. Die zweite Seite ist diejenige, die im nebenstehenden Artikel angesprochen ist. Die Erwartungshaltung, dass Nachrichten sofort beantwortet werden müssen, die auf den verschiedensten Kanälen hereinkommen. Auch hier machen sich Arbeitnehmer einen Teil des Stresses selbst – weil sie versuchen, der veränderten Kommunikationskultur Genüge zu tun: Wir schreiben einander in Halbsätzen, das aber dafür in Permanenz.

Selbst nach Dienstschluss geht es weiter, noch eine kurze Anfrage, eine kurze Antwort. Inzwischen braucht es Empfehlungen, wie: Zumindest 90 Minuten vor der geplanten Schlafenszeit aufzuhören, die verschiedensten Nachrichten auf Facebook, Insta-gram und E-Mails zu lesen, um zur Ruhe zu kommen.

Schade eigentlich, dass es nötig ist, immer neue Spielregeln zu formulieren. Nur, weil wir mit den technischen Hilfsmitteln, die uns das Leben erleichtern sollen, nicht vernünftig umgehen können.

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