Von Oberösterreich aus in die weite Welt

Von Oberösterreich aus in die weite Welt

Von Daniela Ullrich

Das Linzer Unternehmen Rubble Master agiert international und schickt seine Mitarbeiter rund um den Globus.

Shaun Montgomery kam vor rund 17 Jahren der Liebe wegen nach Oberösterreich. In seiner neuen Heimat fühlt sich der Südafrikaner wohl, schätzt Land und Leute sehr. Auch wenn der 45-Jährige hier sesshaft wurde, ist es ihm wichtig, zumindest beruflich international tätig zu sein.

"Ein Unternehmen, das nur österreichweit agiert, wäre mir zu wenig Herausforderung", sagt Montgomery, der seit zwei Jahren bei Rubble Master, dem internationalen Spezialisten im nachhaltigen Beseitigen von Bauschutt, als Verkaufsmanager tätig ist.

Seine Aufgabe ist es, die Verkaufsbereichsleiter, die für die weltweit 70 Vertriebspartner von Rubble (zu deutsch: Schutt, Geröll) Master verantwortlich sind, zu unterstützen. Auch für den wachsenden Exportmarkt ist der geborene Südafrikaner zuständig. "Mein Arbeitstag ist sehr abwechslungsreich. Die Kunden in Singapur haben andere Wünsche und Erwartungen als die Leute in Lateinamerika. Kommunikativ und eine offene Persönlichkeit zu sein, gehören neben dem Verkaufstalent zu meinem Job", sagt der Wahl-Ennser, der das internationale Flair der Firma liebt.

Rund zehn Tage pro Monat im Ausland

David Linemayr ist einer der Rubble Master-Mitarbeiter, der die verkauften Maschinen vor Ort in Stand setzen und – genau auf den Kunden abgestimmt – einstellen. Auch der technische Support via Telefon oder E-Mail, sobald Probleme auftreten, gehört zu seinen Tätigkeiten. Der gelernte Elektroinstallationstechniker arbeitet seit zehn Jahren für das Unternehmen im Linzer Südpark.

Den Einstieg fand der dreifache Vater in der Produktion, seit fünf Jahren ist Linemayr im Bereich After Sales tätig. Auch er reist viel: "Alleine dieses Jahr war ich schon in Deutschland, Frankreich, England, Indonesien, den Philippinen, Chile und drei Mal in Vietnam", sagt der 32-Jährige, der im Schnitt an bis zu zehn Tagen pro Monat im Ausland ist. In fremde Kulturen einzutauchen und sich auf verschiedene Mentalitäten einzustellen, fällt David Linemayr mittlerweile leicht: "Gerade in Südamerika ist die Moral, was Pünktlichkeit betrifft, nicht mit der europäischen zu vergleichen. Ist der Treffpunkt 7 Uhr, braucht man nicht vor 8 Uhr bereit sein."

Der Servicetechniker spricht neben Englisch auch etwas Spanisch, zur Not kommt er auch mit Händen und Füßen weiter: "In Vietnam findet sich immer jemand, der Englisch spricht. Bei meinem letzten Arbeitseinsatz hat sich eine Menschentraube um uns und die defekte Maschine versammelt. Alle redeten wild durcheinander und natürlich kannte sich jeder bestens aus. Solche Situationen sind bei uns in Österreich unvorstellbar", sagt der Linzer, der durch die vielen Reisen auch seinen persönlichen Horizont erweitern konnte.

Auch Lehrlinge gehen schon auf Reisen

Thurid Ferstl, die vor vier Jahren die Lehre zur Maschinenbau-Technikerin im Unternehmen startete, wurde bereits in der Lehrzeit ins Ausland geschickt. Gemeinsam mit ihren Kollegen nahm sie an einer Motorenwerk-Schulung teil.

Die 22-Jährige war das erste Mädchen im Unternehmen, und ist über die Chance, sich behaupten zu dürfen, froh: "Rubble Master war die einzige Firma, die mich zum Schnuppern einlud. Mir hat es hier von Anfang an gefallen. Seit Anfang des Jahres bin ich ausgelernt und darf nun als Teamleiterin die Lehrlinge unterstützen. Ich freue mich, dass heuer auch wieder eine Kollegin dabei ist", sagt Ferstl, die im Unternehmen in der Produktion arbeitet und hier für den Bau von Prototypen zuständig ist. "Meine Arbeit ist wie Lego für Große. Es steckt viel Tüftelei dahinter, das taugt mir", sagt die junge Frau, die sich unter ihren 34 männlichen Kollegen sehr wohl fühlt und sich auch durchsetzen kann. "Ich glaube, manche Kollegen fühlen sich durch die Anwesenheit von uns zwei Damen auch etwas angespornt. So nach dem Motto: Wenn das ein Mädchen auch kann…"

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