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Abkehr vom Diesel würde Arbeitsplätze gefährden

Von Susanna Sailer

Auch als Angriff auf den Wirtschaftsstandort Oberösterreich interpretiert die Industriellenvereinigung (IV) die Debatten um einen Ausstieg aus der Diesel-Technologie.

"Die Politik kann nicht populistisch den Dieselmotor ab 2030 verbieten, ohne den Menschen zu sagen, welche Folgen das für sie haben wird", sagt Axel Greiner, Präsident der IV Oberösterreich.

Mit 2,7 Millionen zugelassenen Diesel-Pkw fahren in Österreich derzeit sechs von zehn Fahrzeugen mit Dieselantrieb. Laut Günter Rübig, Spartenobmann der Industrie in der Wirtschaftskammer, würden 17,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung auf den Dieselantrieb zurückgehen. Bundesweit seien 230.000 Arbeitsplätze – davon 70.000 in Oberösterreich – direkt und indirekt auf den Dieselantrieb rückführbar.

Die "leidige Diskussion" über einen Ausstieg verunsichere auch die oberösterreichischen Konsumenten, anstatt dass auf Objektivität geachtet werde. "Schon jetzt ist die auf die Diesel-Technologie basierende Produktion um zehn bis 15 Prozent rückläufig", sagt Rübig. Es laufe darauf hinaus, dass mit dem Aus für Diesel an die 35.000 Jobs gefährdet sein könnten, so der Industrie-Spartenobmann.

Greiner stellt klar: "Es geht uns nicht um die Verteidigung der einen Technologie gegenüber der anderen. Wir brauchen sowohl E-Mobilität als auch andere wettbewerbsfähige Antriebsformen. Doch das geht nicht so schnell, hier besteht noch viel Forschungsbedarf." Aber ein baldiger kompletter Austausch der Verbrennungs- durch Elektromotoren sei "utopisches Wunschdenken". Auch deshalb, weil die Umweltbilanz des Elektroautos und besonders der Batterien keineswegs so brillant sei. Beim Thema CO2-Emissionen würden die technischen Fakten sehr wohl für den Dieselmotor sprechen. "Wir sollten nichts überstürzen und über einen vernünftigen Verkehrsmix diskutieren – und zwar ideologiefrei", sagt Rübig.

Gesamtsysteme vergleichen

Es gelte zudem, die physikalischen Grenzen der Elektromotoren klar anzusprechen, meint Greiner. Für einen seriösen Vergleich mit anderen Antriebskonzepten müssten die Gesamtsysteme gegenübergestellt werden. Für das batteriebetriebene Elektroauto gelte es, mit einzubeziehen, wie der Strom für die benötigte Ladung des Akkus erzeugt werde, welche Energieinfrastruktur dazu notwendig sei, wie die Tankleistung im Vergleich aussehe oder welcher Energieeinsatz bei der Produktion des Akkus notwendig sei. "Und ein Großteil der Vormaterialien für Batterien wird künftig wohl in China erzeugt werden und nicht mehr in Europa", gibt Greiner zu bedenken.

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