Bild: Werk

voestalpine investiert 140 Mio. in Donawitz

Weltweit modernstes Drahtwalzwerk eröffnet.

Es ist eine High-Tech-Anlage, die die voestalpine gestern, Dienstag, im steirischen Donawitz eröffnet hat. Um 140 Millionen Euro hat der Linzer Konzern das – eigenen Angaben zufolge – modernste Drahtwalzwerk der Welt errichtet, wo stahlbasierte Drähte, insbesondere für die Autoindustrie hergestellt werden. Die Anlage wird von gerade einmal vier Mitarbeitern gesteuert, wie voestalpine-Generaldirektor Wolfgang Eder in einem OÖN-Interview erklärte.

Denn die 700 Meter lange Walzstraße verfügt über ein Monitoringsystem mit mehr als 2000 datenerfassenden Sensoren. 15.000 Parameter werden während des Produktionsprozesses kontinuierlich aufgezeichnet. "Diese neue Technologie ermöglicht es uns, alle Prozess-Schritte in Echtzeit auszuwerten und laufend zu optimieren", sagte Franz Kainersdorfer, im Vorstand für die Division Metal Engineering verantwortlich. Die neue Linie löst die seit 1979 bestehende Walzstraße am Standort ab. Die 450 Mitarbeiter wurden auf die neuen Produktionsabläufe intensiv geschult.

Auf der Anlage werden Drähte mit Durchmessern zwischen 4,5 und 60 Millimeter hergestellt. Mehr als die Hälfte des in Donawitz produzierten Drahtes geht als Vormaterial in die Autoindustrie. Dort wird es zu Zylinderkopfschrauben, Stoßdämpfer- und Kupplungsfedern oder Airbag-Patronen weiterverarbeitet. 120 Kilogramm Endprodukte aus Draht werden in einem modernen PKW verbaut.

800 Jobs sichern

"Wir bewegen uns in einem Hochlohnland und -kontinent, da kommt man mit einfachen Gütern nicht weit", betonte voestalpine-Chef Wolfgang Eder im neuen Werk in Donawitz. Die Werkinvestition diene auch "der technologischen Führerschaft bei Qualitätswalzdraht für anspruchsvolle Anwendungen und Spitzenprodukte", sagte der Vorstandsvorsitzende weiters. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen seien beachtlich: Alleine in der Bauphase generierte das Investment den Konzernangaben zufolge eine Wertschöpfung von rund 60 Millionen Euro in Österreich, davon rund 40 Millionen Euro in der Steiermark. Weiters würden 800 Jobs gesichert (450 in der Steiermark). Die alte Anlage wurde nach Südkorea verkauft.

Die neue Halle ist 700 Meter lang. Zur Zeit wird den Angaben zufolge auf einem Level von 450.000 Jahrestonnen produziert, in zwei bis drei Jahren werde die Menge erhöht. Die vollautomatisierte Anlage hat elf Walzwege; vier Spezialisten steuern sie von einem Leitstand aus. Die Durchlaufgeschwindigkeit beträgt bis zu 400 km/h. 2.000 Sensoren und 15.000 Datenpunkte unterstützen die hohe Fertigungsgeschwindigkeit.

Bitte Javascript aktivieren!