Längst kein Glamourjob mehr und dennoch beliebt

Längst kein Glamourjob mehr und dennoch beliebt

Von Susanna Sailer

Die AUA stockt um 300 Flugbegleiter auf – Kaum Besetzungsprobleme, obwohl das Anfangsgehalt niedrig ist.

Die Austrian Airlines suchen für das kommende Jahr 300 zusätzliche weibliche und männliche Flugbegleiter mit Stationierung in Wien. "Das hängt mit dem Ausbau unserer Flugzeugflotte zusammen", sagt AUA-Kabinenchefin Vera Renner. Große Probleme, genügend Interessierte für die freien Jobs zu finden, habe die österreichische Lufthansa-Tochter nicht.

Am Bruttojahresgehalt, das im ersten Dienstjahr ausgezahlt wird, kann dies allerdings nicht liegen: Einsteiger erhalten im Monat 1550 Euro brutto. Hinzu kommen Schichtzulagen und Diäten. "Ich glaube aber, dass für die meisten Flugbegleiter die Entlohnung nicht entscheidend ist, warum sie zu uns kommen", sagt Renner.

Der Beruf sei – jedenfalls bei Austrian Airlines – immer noch attraktiv, meint Renner, die aber auch zugeben muss, dass das Image ihrer Berufsstandes über die Jahre gelitten habe. Bis in die 90er-Jahre umgab Stewardessen, wie sie früher genannt wurden, immer noch ein Hauch von Glamour. Seitdem immer mehr Billig-Fluglinien am Markt mitmischen und alteingesessene Airlines unter Druck setzen, nahm die Attraktivität dieses Berufsbildes sukzessive ab.

"Aber wir fliegen einfach in schöne Länder – und das zieht nach wie vor ", sagt Renner. Da der Bedarf an dienstleistungsorientierten Leuten hoch ist, werden die Einsteiger bereits nach acht Monaten auch für Langstreckenflüge ausgebildet. Renner: "Dann kommen zu den Nordamerika-Flügen auch Urlaubsziele wie die Seychellen oder Mauritius hinzu."

Großer Wille zur Dienstleistung

Worauf legt Renner nun besonders Wert, wenn sich jemand bei ihr bewirbt? "Auf eine gewisse Offenheit und Herzlichkeit. Es ist wichtig, auf Menschen zugehen zu können. Was es braucht, ist ein absoluter Wille zur Dienstleistung", sagt die Kabinenchefin. Es sei ein sehr anstrengender Beruf, gibt Renner aber auch zu bedenken.

Die Anforderungen an die Kandidaten sind sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse, ein Mindestalter von 18 Jahren sowie eine abgeschlossene Schul- bzw. Berufsausbildung und ein abgeleisteter Präsenz- bzw. Zivildienst bei männlichen Bewerbern.

Während der achtwöchigen Ausbildung nimmt neben dem Servicebereich vor allem das Flugsicherheitstraining viel Raum ein. Es beansprucht bis zu 60 Prozent der Zeit. Einmal jährlich wird das Erlernte auch während eines Extratrainingstages wiederholt.

Neben Möglichkeiten, in Teilzeit zu arbeiten, wird ein dreijähriges Beschäftigungsmodell für Studierende angeboten. Während der uni-freien Zeit über die Sommermonate wird geflogen, im Herbst studiert, im Dezember wieder gearbeitet. Renner: "In Summe sind die Leute sechs Monate bei uns beschäftigt, erhalten ein durchgehendes Gehalt von 50 Prozent und sind durchgehend sozialversichert."

Ganz allgemein lege das Unternehmen wert auf interne Weiterbildung, die kostenlos angeboten werde. In "Find your way"-Seminaren werde dafür der Fortbildungsbedarf individuell ausgelotet.

Die Bleibedauer in diesem Beruf sei unterschiedlich, was auch mit Familiengründungen zu erklären sei. Renner: "Wir stellen aber fest, dass diejenigen, die mehr als drei bis vier Jahre dabei sind, uns meistens auch erhalten bleiben."

 

Die AUA sucht Personal

Austrian Airlines sucht für 2018 nicht nur 300 neue Flugbegleiter, sondern bildet nun auch selbst wieder Piloten aus. Zuletzt mussten sich viele, die diesen Beruf ergreifen wollten, diese kostspielige Ausbildung selbst bezahlen. Für das kommende Jahr werden nun wieder 96 Nachwuchspiloten gesucht.

All jene, die sich für den Beruf eines Flugbegleiters bewerben möchten, müssen ein Assessment-Center durchlaufen.Hier sind die nächsten Termine in Wien:

4., 7. und 22. Dezember 2017 sowie 11., 24. und 31. Jänner 2018

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