Liste der Mangelberufe wurde deutlich länger

Liste der Mangelberufe wurde deutlich länger

Der Dachdecker gehört wie 26 andere Berufsbilder zur Liste der Mangelberufe. Der Koch fehlt aber auf der Liste, was teilweise scharf kritisiert wird. Bild: colourbox Sonderthemen-Redaktion

27 statt zuvor elf Berufe stehen auf der neuen Liste. Für diese können auch Ausländer aus Drittstaaten als Fachkräfte zugelassen werden

Die Liste der Mangelberufe für 2018 ist jetzt durch die Fachkräfteverordnung des Sozialministeriums fixiert worden. In den Mangelberufen können Ausländer aus Drittstaaten als Fachkräfte gemäß Ausländer-Beschäftigungsgesetz zugelassen werden.

Die Zahl der Mangelberufe hat sich von 2017 auf 2018 mehr als verdoppelt, sie ist von elf auf nunmehr 27 gestiegen. Wien. Zu den Mangelberufen zählen etwa diplomierte Krankenpfleger, Dachdecker, Dreher, Fräser, Zimmerer, Kfz-Mechaniker und Elektroinstallateure. Auch Schweißer, Bautischler, Platten- und Fliesenleger sowie Diplomingenieure für Maschinenbau, Starkstromtechnik, Nachrichtentechnik und Datenverarbeitung werden gesucht.

Auf der Liste findet sich nicht der Beruf Koch, was der Wirtschaftskammer-Arbeitsmarktexperte Rolf Gleißner in der Tageszeitung "Kurier" scharf kritisierte. "Die Verordnung geht nur von einer bundesweiten Sicht aus. Wir haben aber eine extreme Fachkräfteknappheit im Westen." Daher plädiert er für eine neue Fachkräfteverordnung noch im Jahr 2018.

Die neue Regierung hat bereits angekündigt, sie wolle zusätzlich auch den regionalen Bedarf sowie Stelleninserate von Online- und Printmedien berücksichtigen. Die Gewerkschaft lehnt eine weitere Arbeitsmarktöffnung ab. "Es gibt bereits ein Saisonnierkontingent und es steht der gesamte EU-Raum für die Rekrutierung offen, das sollte reichen", betonte der gelernte Restaurantfachmann Berend Tusch von der Gewerkschaft vida gegenüber der Tageszeitung. Die Branche sollte sich eher fragen, warum sie kein Personal finde.

Erweiterung ist umstritten

Die Erweiterung der Liste der Mangelberufe ist durchwegs umstritten. Während die Gewerkschaft, die Arbeiterkammer und die SPÖ die Gefahr von Lohndumping und höherer Arbeitslosigkeit sehen, wenn der Arbeitsmarkt für ausländische Arbeitskräfte weiter geöffnet wird, sehen die Wirtschaftstreibenden vor allem im Tourismus weiteren Bedarf.

In der heimischen Tourismuswirtschaft steige durch den akuten Fachkräftemangel der Druck auf die Betriebe und das Stammpersonal immer mehr. "Unsere Branche braucht im Moment - vor allem in den westlichen Bundesländern - Köche so dringend wie einen Bissen Brot", sagt Petra-Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zur geplanten Regionalisierung bzw. Erweiterung der Mangelberufsliste für Köche.

Derzeit werden österreichweit rund 2200 Köche gesucht. Die Aufnahme von Köchen in die Mangelberufsliste sei ein wichtiger Schritt, der Entlastung bringen würde.