Schüler produzieren Güter in digitaler Fabrik

Schüler produzieren Güter in digitaler Fabrik

Bild: Sonderthemen-Redaktion

Die HTL Waidhofen/Ybbs sicherte sich mit dem Projekt "Digitale Produktion durch Vernetzung der Werkstättenbereiche" 70.000 Euro

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind zwei Schlagworte, die für den Arbeitsmarkt immense Bedeutung haben. Auch die Höheren Technischen Lehranstalten tragen diesem Umstand Rechnung und bereiten ihre Schüler auf die künftigen Herausforderungen vor.

Die HTL in Waidhofen an der Ybbs im benachbarten Mostviertel feierte in diesem Bereich einen großen Erfolg. Sie konnte sich beim Bewerb "proHTL NÖ" durchsetzen und mit dem eingereichten Projekt "Digitale Produktion durch Vernetzung der Werkstättenbereiche" ein Preisgeld von 70.000 Euro gewinnen.

Das Siegerprojekt beinhaltet die Möglichkeit für die Schüler, Produkte optimal zu gestalten und anschließend in einer digitalen Fabrik herstellen zu können. Die Vernetzung der Produktionsmaschinen ermöglicht einen autonom fahrenden Industrieroboter, der von Schülern der HTL Waidhofen selbst entwickelt wurde.

"In dieser Schule trifft Industrie 4.0 auf Bildung 4.0", sagte Johann Heuras, der amtsführende Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich. Die starke Kooperation zwischen Wirtschaft, Industrie und Schule sei ein Erfolgsfaktor, was in der HTL Waidhofen besonders intensiv gelebt werde. "Das Projekt zeichnet sich vor allem durch eine sehr ausgewogene Beziehung zwischen den zu tätigenden Anschaffungen, praxisbezogenen Lehrinhalten und einen zielgerichteten Wirtschaftsbezug aus", würdigte Veit Schmid-Schmidsfelden, der Obmann der Metalltechnischen Industrie in Niederösterreich, der "proHTL NÖ" gemeinsam mit seinem Amtskollegen von der chemischen Industrie, Helmut Schwarzl, ins Leben gerufen hat, das Siegerprojekt. "Die HTL Waidhofen/Ybbs hat sich damit unter einer ganzen Reihe von spannenden und wohlüberlegten Projekten durchsetzen können", so Schwarzl.

Innovative Schulprojekte

Beide kündigten eine Neuauflage der Initiative im nächsten Jahr an. Insgesamt haben sich heuer acht HTL mit zwölf verschiedenen Projekten um das Preisgeld beworben. Ziel der Initiative "proHTL NÖ" ist es, innovative Schulprojekte an Niederösterreichs HTL zu unterstützen, die mit den regulären Schulmitteln aus Kostengründen sonst nicht umgesetzt werden könnten. Wissenschaftlich wird die Initiative vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) begleitet, das für die Bewerbungen ein professionelles Bewertungsschema entwickelt hat.

Das Projekt der HTL Waidhofen/Ybbs beinhaltet im Kern die Möglichkeit für die Schüler, Produkte durch den Einsatz so genannter VR-Datenbrillen optimal zu gestalten und anschließend in einer digitalen Fabrik produzieren zu können, sowie eine Vernetzung des gesamten Werkstättenbereichs durch sogenannte "Cobots", einen selbstfahrenden Industrieroboter, der mit den Schülerinnen und Schülern arbeitet.

"Wir haben jetzt die Möglichkeit, etwas umzusetzen, was es bisher noch nicht gegeben hat", sagte der Direktor der siegreichen HTL, Harald Rebhandl. "Jetzt heißt es Ärmel aufkrempeln und umsetzen."