Jobs im Gesundheitsbereich: Menschen werden älter und das schafft Bedarf

Jobs im Gesundheitsbereich: Menschen werden älter und das schafft Bedarf

Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Bild: Erwin Wodicka Sonderthemen-Redaktion

Der Gesundheitssektor spielt in der heimischen Wirtschaft eine große Rolle und er wird weiter wachsen

Ärzte und Pflegekräfte sind gefragt in Österreich. Das hat mannigfaltige Gründe. Eine der Hauptursachen ist die demografische Veränderung. Österreicher werden immer älter. Alleine dadurch steigt der Bedarf an medizinischer Betreuung und Pflege von alten Menschen.

Medizintechnische Fortschritte und ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein tragen zusätzlich dazu bei, dass das Gesundheitswesen kontinuierlich wächst. Schon jetzt ist der Sektor gemessen an den Ausgaben einer der größten Bestandteile der heimischen Wirtschaft. 2012 entfielen elf Prozent des Brutto-Inlandsprodukts auf diesen Aufgabenbereich.

Jobmotor "Gesundheit"

Damit liegt Österreich hinsichtlich der Gesundheitsausgaben im OECD-Vergleich an sechster Stelle. Auch künftig wird sich das Gesundheitswesen als Jobmotor erweisen. In Prognosen bis 2018 werden die Beschäftigtenzahlen steigen: Der Beschäftigungsstand wird dann um 30.700 Personen höher sein als noch im Jahr 2013.

Wirtschaftsforscher sehen neben dem öffentlichen Gesundheitswesen vor allem in privat finanzierten Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen einen dynamischen Zukunftsmarkt.

Berufe, die im Schnittstellenbereich zwischen Schönheitspflege, Gesundheit und sportlichen Aktivitäten angesiedelt sind, werden laut dem Arbeitsmarktservice weiterhin erheblich vom gesteigerten Gesundheitsbewusstsein profitieren. Schon jetzt zähle die Gesundheitswirtschaft zu den wachstumsstärksten und beschäftigungsintensivsten Branchen. Gut zehn Prozent der österreichischen Wertschöpfung wird in diesem Bereich generiert.

Dass sich die Gesundheitsbranche in einer starken Wachstumsphase befindet, ist auch anhand von Stellenmarktdaten ersichtlich: Die Zahl der ausgeschriebenen Arbeitsstellen im Bereich Gesundheit und Medizin ist in den vergangenen Jahren jeweils um einen zweistelligen Prozentsatz gestiegen.

Berufe gesetzlich geregelt

Die Tätigkeiten, Bezeichnungen und Ausbildungen für Gesundheitsberufe sind gesetzlich geregelt. Das bedeutet, dass bestimmte Dienstleistungen – entsprechend dem Gesetz – nur von bestimmten Berufen erbracht werden dürfen (z.B. Pflegedienstleitung: diplomierte Pflegefachkraft). Neben dem Fachwissen stellen vor allem permanente Weiterbildungsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Kommunikationsstärke, körperliche und psychische Belastbarkeit sowie Flexibilität (z.B. Nacht- und Wechseldienste) zentrale Anforderungen an die Gesundheitsberufe dar.

Für die Berufe im Gesundheitswesen typisch ist die unterschiedliche geschlechtsspezifische Verteilung: Während der Frauenanteil beim nichtärztlichen Personal (in Krankenanstalten) im Jahr 2013 über 82 Prozent betrug, war er bei den niedergelassenen ÄrztInnen mit rund 35 Prozent deutlich geringer.

Berufsbilder

Die öffentliche Gesundheitsversorgung ist das Einsatzfeld der "traditionellen”, gesetzlich geregelten ("reglementierten”) Gesundheitsberufe. Neben den Ärzten für Allgemeinmedizin und den Fachärzten umfasst dieser Bereich Berufe wie z.B. Physiotherapeuten, Ordinationsassistenten, diplomierte Gesundheits- und Krankenschwestern/-pfleger, Hebammen oder Masseure.

Aber auch die privaten Investitionen in "Gesundheit” nehmen zu. Fitnessstudios, Wellnesshotels, Produkte und Dienstleistungen rund um gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannung und Schönheit boomen. Berufe, die Information, Beratung und Betreuung in diesen Feldern anbieten, sind gefragt.