2000 Leute in Transport und Logistik gesucht
Bild: VOLKER WEIHBOLD

2000 Leute in Transport und Logistik gesucht

Von Martin Roithner

LINZ. Zweite Auflage der Jobbörse: Arbeitsuchende nutzen die Chance, um in Linz mit Unternehmen in Kontakt zu treten.

Aliu Zymer wirkt optimistisch. Der 56-jährige Kosovare lebt seit 1990 in Österreich und sucht einen Job. Der ausgebildete Kfz-Mechaniker hat fünf Jahre als Tischler und zehn Jahre als Staplerfahrer gearbeitet. "Seit drei Monaten bin ich arbeitslos", sagt Zymer. Am liebsten würde er als Lkw- oder Busfahrer arbeiten. Beide Ausbildungen dafür hat er abgeschlossen.

Wie Zymer versuchten vergangenen Donnerstag Hunderte weitere Arbeitsuchende ihr Glück bei der zweiten Jobbörse der Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit dem AMS Oberösterreich in Linz. 40 Unternehmen der Branchen Transport und Verkehr suchten Lkw-Fahrer, Speditionskaufleute oder Taxi- und Buslenker. "In der oberösterreichischen Verkehrswirtschaft sind rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wir haben aber einen zusätzlichen Bedarf von 2000 Leuten, davon 1000 Lkw-Fahrer", sagt Sparten-Geschäftsführer Christian Strasser.

"Berufe haben Imageproblem"

Dass sie die Stellen nicht besetzen können, liege daran, dass an manchen Berufen ein Imageproblem hafte, sagt Robert Riedl. Er steht der Abteilung Autobus, Luftfahrt und Schifffahrt in der Wirtschaftskammer vor. "Vor allem bei den Tankstellen tun wir uns schwer, geeignete Leute zu finden. Viele assoziieren damit schmutzige Arbeit." Strasser bestätigt das. "Uns ist es noch nicht gelungen, zu den Leuten durchzudringen und ihnen solche Berufe schmackhaft zu machen. Daran müssen wir ansetzen."

Für Markus Litzlbauer vom AMS ist ein zusätzlicher Aspekt für die offenen Stellen ausschlaggebend: die Sprachbarriere. Von den 1500 Arbeitsuchenden in der AMS-Datenbank hätten zwar die meisten die Ausbildung für einen Job, aber mangelnde Deutschkenntnisse.

An der Sprache scheitert es bei Lenka Alashe nicht. Die Slowakin lebt seit zehn Jahren in Österreich und spricht perfektes Deutsch. Ihre Bewerbungsunterlagen trägt sie in einer schwarzen Mappe unter dem Arm. In ihrer Heimat hat sie eine Ausbildung in Ernährungswissenschaften absolviert. Doch die 34-Jährige möchte sich beruflich verändern. In Traun hat sie sich zur Speditionskauffrau ausbilden lassen. Seit Dezember des Vorjahres ist sie auf Jobsuche. "Ich habe schon fünf Bewerbungsgespräche gehabt. Leider hat es bisher nicht geklappt", sagt Alashe im Gespräch mit den OÖNachrichten.

Bei der Jobbörse hat sie ein Ziel: das Logistik- und Transportunternehmen DB Schenker. Mit Erfolg: "Ich habe schon ein Bewerbungsgespräch hinter mir und bin zu einem zweiten eingeladen."

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