Erfolgreich in die Karriere starten
Bild: WolfgangKunasz

Erfolgreich in die Karriere starten

Frauen in typischen Männerberufen sind nicht alltäglich, aber erwünscht, weil viele Stellen zu besetzen sind.

Vorige Woche wurden die OÖ Bautechnikpreise verliehen und unter den Preisträgern befanden sich einige Schülerinnen. Die Landesinnungen Bau und Holzbau sowie proHolz OÖ fördern eine praxisnahe Ausbildung der künftigen HTL-Ingenieure. Mit dem Planungs- und Gestaltungswettbewerb für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der HTL 1 Bau und Design Linz waren heuer fünf sehr praxisnahe Aufgabenstellungen auf realen Grundstücken ausgeschrieben.

Diese wurden in den Abteilungen Hoch-, Tief- und Holzbau sowie Bauwirtschaft bearbeitet. Fast 130 Schülerinnen und Schüler reichten insgesamt 40 Wettbewerbsbeiträge ein. Dass auch Mädchen fächerübergreifendes Denken sowie Statik, Baukonstruktion, architektonische Gestaltung und Bauphysik beherrschen, bewiesen beispielsweise Johanna Humer, Elisabeth Linhartsberger, Lara Ganglberger, die mit ihrem Schulkollegen Jakob Steigenberger den ersten Preis für ihren Entwurf des Feuerwehrhauses Holzhausen errangen.

Verstärkung gesucht

Die Wirtschaft braucht dringend Fachkräfte und Lehrlinge. Derzeit sind 213 ausgeschriebene Lehrstellen in Oberösterreich zu besetzen – gesucht werden dabei Auszubildende von ganz klassischen Berufen wie Lehrberuf Mechatronik mit Automatisierungstechnik bis zu sehr innovativen wie Lehre IT-Techniker. Und dafür sollen sollen sich nicht nur die Burschen angesprochen fühlen, auch technik- interessierte Mädels erhalten hier ihre Chance.

Viele Jobs zu vergeben

Auch die Baubranche sucht händeringend nach Nachwuchs. Binnen fünf Jahren haben die Lehrlinge am Bau um 28 Prozent abgenommen. Dieser Entwicklung will die Landesinnung nicht tatenlos zusehen und will einen ungewöhnlichen, aber notwendigen Schritt machen.

"Während auf der einen Seite die Baukonjunktur deutliche Tendenzen nach oben zeigt – man kann durchaus von einem Anspringen sprechen –, zeigen unsere Lehrlingszahlen nach unten – und zwar kräftig", unterstreicht Hartl. Das will und kann das Baugewerbe nicht hinnehmen. "Denn wir müssen nicht nur an die nächsten Aufträge denken, sondern an die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Wenn wir keine ausgebildeten Fachkräfte haben, kommen wir in des Teufels Küche und werden uns schwer tun, Aufträge anzunehmen bzw. abzuarbeiten", so Oberösterreichs Bauinnungsmeister.

In der oö. Baulandesinnung hat man daher einen neuen Weg eingeschlagen. "Wir werden für junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die ohne Ausbildung dastehen, eine Extra-Ausbildung in der BauAkademie anbieten", erklärt Hartl. Die sogenannte "Arbeitsstiftung" richtet sich an Asylberechtigte genauso wie an Menschen mit Migrationshintergrund und selbstverständlich auch an Österreicher. "In einer mehrjährigen Ausbildungszeit sollen die Teilnehmer so weit sein, dass sie einen Job auf dem Bau finden. Dabei kann die Ausbildung bis zum Lehrabschluss gehen oder auch nur eine Teilqualifikation sein", präzisiert Innungsmeister Hartl. Entscheidend sei, dass die Absolventen fit für die Arbeit am Bau gemacht werden.

Ein derartiger, eher ungewöhnlicher Schritt sei einfach notwendig, weil trotz der höchsten Lehrlingsentschädigungen aller Lehrberufe – im vierten Lehrjahr sind es im ab 1. Mai geltenden Kollektivvertrag fast 2112 Euro, –der Rückgang bei den Baulehrling en nicht gestoppt werden konnte. "Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, nehmen wir Geld in die Hand", erklärt Hartl.

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