Üben mit der digitalen Frau Frühling
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Üben mit der digitalen Frau Frühling

Von Susanna Sailer

Die Krankenpflegeschüler des BFI Oberösterreich lernen praxisnah an einer Computer-Simulationspuppe

Frau Frühling atmet, ihr Puls schlägt, und sie antwortet auf Fragen der Pflegepersonen. Es kommt vor, dass sie von Husten und Übelkeit geplagt wird. Frau Frühling reagiert also genau so, wie eine Patientin aus Fleisch und Blut reagieren könnte, nur dass es sich bei ihr um eine computerunterstützte Patientenpuppe handelt. Für Studierende der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege des Berufsförderungsinstituts (BFI) OÖ ist das ein Trockentraining mit immensem Lerneffekt.

"Der Patientensimulator ist unsere jüngste Anschaffung und Teil unseres Skills Labs, das wir gerade aufbauen", sagt Schulleiterin Anna Praher. Das ist jener Lernort, an dem die Theorie in die Praxis umgesetzt werden kann, ohne gleich direkt am lebenden Patienten zu arbeiten. Es handelt sich um einen Raum, in dem Schüler nicht nur Fehler machen dürfen, sondern auch sollen, um so den Umgang mit Patienten zu üben. "Die beste Simulationspuppe hilft aber nichts, wenn sie nicht in ein pädagogisches Konzept eingebettet ist", weiß Praher. Und dieses Konzept haben die Schulverantwortlichen aktualisiert und damit an die kommenden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst.

Denn ab 2018 wird die bisherige dreijährige Ausbildung von diplomierten Pflegepersonen an die Fachhochschulen verlagert. Die künftige zweijährige Ausbildung der Pflegefachassistenz und die einjährige Variante zur Pflegeassistenz bleiben bei den Schulen für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege. Das BFI hat sich dabei an den beiden Standorten in Linz und Wels auf Geriatrie und auf die Pflege alter Menschen mit psychiatrischen Symptomen spezialisiert. In diesen Bereichen werden derzeit 600 Personen ausgebildet, viele sind im Alter von 20 und 50 Jahren.

Sie alle brennen darauf, nun auch mit Frau Frühling in Kontakt zu kommen. Schülerin Doris Hoheneder (43): "Diese Puppe simuliert Pflegesituationen, die wir im Praktikum oft nicht erleben." Auch Schüler Peter Domberger (28) ist überzeugt: "So vergeht die Scheu, Fehler zu machen, und ich fühle mich sicherer, wenn ich dann vor richtigen Patienten stehe."

Zukunftsberuf

Gesundheits- und Pflegeberufe werden wegen des demografischen Wandels künftig stärker gefragt sein als je zuvor. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan geht davon aus, dass bis 2020 in Oberösterreich mehr als 86.000 Menschen pflegebedürftig sein werden. Ihre Zahl werde bis 2040 auf 126.000 steigen. Laut Fachkräftemonitor fehlen heuer 900 Pflegekräfte. Bis 2020 werden 1400 Beschäftigte fehlen.

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