Schmutzräumgerät
Bild: Furtner Alois // Simon Berghammer (links) und Matthias Hofinger haben in den Sommerferien diese Maschine gebaut.

Innviertler HTL-Schüler tüfteln an Prototyp

Von Josef Schuldenzucker

Matthias Hofinger und Simon Berghammer (beide 17) bauten die Straßenreinigungsmaschine "SRG-300"

Während andere Jugendliche in den Sommerferien am Badesee gelegen sind oder sich anderweitig vergnügt haben, standen Matthias Hofinger aus Pramet und Simon Berghammer aus Gurten in der Werkstätte und tüftelten am Prototyp einer Maschine, die sie selber erfunden und gebaut haben.

Die "SRG-300" soll, wenn es nach den beiden "Erfindern" geht, in Zukunft eingesetzt werden, um die oft ziemlich verdreckten Straßen z. B. nach der Maisernte im Nu wieder sauber zu machen. Die beiden 17-Jährigen besuchen die Maschinenbau-HTL in Ried. Die Idee hatte Simon Berghammer, der bei seinem Onkel Johann Schmidbauer immer beim Maissilieren hilft. "Das Wetter war schlecht, auf der Straße sehr viel Dreck und Schmutz aus den Feldern. Mein Onkel hat die Straße mit der Frontladerschaufel gesäubert, das hat aber wegen der vielen Unebenheiten der Straße nicht großartig geholfen. Ich habe dann zu Hause im Internet recherchiert, ob es ein Gerät gibt, dass sich den Unebenheiten anpasst. Da ich nichts Passendes gefunden habe ist die Idee gereift, selber eine solche Maschine zu konstruieren", erinnert sich Simon Berghammer.

"Simon ist mit der Idee zu mir gekommen, ich habe mir dann den Kopf über die technische Umsetzung zerbrochen. Ab diesem Gespräch haben wir damit geliebäugelt, die Maschine zu bauen" , sagt Matthias Hofinger.

Über den Winter ist die Idee zwar wieder etwas in Vergessenheit geraten, im heurigen Juni ging es dann an die "Verwirklichung". "Wir haben einen Plan gezeichnet, wobei das Wort Plan leicht übertrieben ist. Der Erstentwurf hatte auf ein A4-Blatt Platz", so die jungen Erfinder.

Unterstützt wurden die beiden Jugendlichen von Johann Hofinger, dem Hehern in Kleinpiesenham. Er stellte ihnen seine große Maschinenhalle zur Verfügung, um das Projekt dort zu verwirklichen.

"Eine Mörderarbeit war das Zuschneiden der Formrohre und Teile. Wir haben 30 große Flexscheiben verschlossen. Dann haben wir alles zusammengeschweißt und gereinigt. Danach wurde die Maschine bei der Firma Fill in Gurten innerhalb von zwei Tagen lackiert", können die beiden Schüler heute über die schweißtreibende Arbeit lachen.

240 Arbeitsstunden investiert

Gearbeitet wurde hauptsächlich in den Sommerferien und an den Wochenenden. Da mussten die persönlichen Interessen zurückstehen. Zirka 240 Stunden haben die HTL-Schüler für die Umsetzung gebraucht. Die Materialkosten von zirka 1600 Euro wurden "brüderlich" geteilt. Das Gerät ist drei Meter breit, scharfe Kanten kratzen den Schmutz von der Straße, passen sich aber den Unebenheiten ideal an. So wird kein Kanaldeckel beschädigt. Das Gerät funktioniert auch auf sehr schlechten Straßen. Zwölf Federn drücken die "Scherköpfe" auf die Straße.

Matthias Hofinger wird die SRG 300 als Diplomarbeit in der fünften Klasse noch einmal völlig überarbeiten und auch noch mit besseren Materialien optimieren. Geplant sind schnell zu wechselnde Schienen, eventuell sogar aus Plastik. Er will auch eine Profi-Variante mit Hydraulikzylindern anstatt der Federn für Lohnunternehmen bauen.

Dass es einen Markt für ihre Maschine gibt, da sind sich die beiden jungen Tüftler sicher. "In Deutschland stellt die Polizei viele Gespanne beim Maishäckseln ab, wenn sie die Straße verschmutzen. Ideal wäre ein solches Gerät für Ortsbauernschaften. Wichtig ist jetzt, dass die SRG, die in Pramet schon die Feuertaufe bestanden hat, einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird", hoffen die beiden Jugendlichen auf Interessenten.

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