Bild: Heinz Daniel Brandner // Interessante Einblicke in die HTL Ried ermöglicht der Tag der offenen Tür am Freitag, 26. Jänner.

15 Jahre HTL Ried

Von ho

Innovative Maschinenbau-Schule kann bereits auf mehr als 600 Absolventen verweisen.

Ein Mädchen und 65 Burschen machten im Herbst 2002 den Anfang: Sie waren der erste Jahrgang der HTL Ried – einer neuen Schule für Maschinenbau, die eine Lücke im Bildungsangebot des Innviertels schloss. Heute, 15 Jahre später, steht fest, dass das Projekt eine Erfolgsgeschichte ist.

Die entscheidenden Impulse zur Gründung der HTL Ried gingen von der regionalen Wirtschaft aus. Leitbetriebe wie AMAG, FACC, Fill, Fischer, Leitz, Scheuch, tilo, Wiesner-Hager und Wintersteiger schlossen sich im Jahr 2001 zu einem Förderverein zusammen, um eine möglichst hochwertige Ausbildung für dringend benötigte Maschinenbau-Techniker im Innviertel sicherzustellen.

Nach langwierigen, zähen Gesprächen und Verhandlungen mit Schulbehörden in Land und Bund konnte die HTL schließlich starten – in zwei Büroräumen des Techno-Z Ried, die zu Klassenzimmern umgebaut wurden. Gleichzeitig begann der Bau des ersten Schulhauses, das wenige Jahre später bereits wieder zu klein war. Seit 2009 ist die HTL Ried in einem neuen, modernen Schulgebäude untergebracht, das alle Anforderungen zeitgemäßer Ausbildung erfüllt.

Praxisunterricht in den Firmen

Die enge Verbindung zur heimischen Wirtschaft war von Anfang an eine tragende Säule des erfolgreichen Schulmodells. Der Unterricht erfolgt nicht nur in Klassen und Labors der Schule, sondern auch direkt in Werkstätten bei Unternehmen des Fördervereins, dem heute rund 50 Firmen angehören. So erfolgt der Werkstättenunterricht der ersten Klassen ausschließlich draußen bei den Unternehmen.

"Wir sind immer bestrebt, unsere Ausbildung im Zuge der Schulautonomie an die aktuellen Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft anzupassen", sagt HTL-Direktor Wolfgang Billinger, der 2012 die Nachfolge von Gründungsdirektor Ernest Miesbauer angetreten hat.

Seit 2016: Schwerpunkt Agrar- und Umwelttechnik

Seit 2016 wird neben den beiden Klassen für Fertigungstechnik/Leichtbau in einer zusätzlichen Klasse auch der Schwerpunkt Agrar- und Umwelttechnik angeboten. Ein Drittel der mehr als 100 Schülerinnen und Schüler im ersten Jahrgang hat heuer diesen Zweig gewählt. Ergänzt wird das Bildungsangebot durch eine Abend-HTL für Berufstätige mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik.

Mehr als 40 Lehrkräfte garantieren in der HTL Ried eine praxisnahe und theoretisch fundierte Ausbildung. Seit 2016 wird die Matura in Form der standardisierten Reife- und Diplomprüfung durchgeführt – heuer erstmals mit "Weißer Fahne", alle 62 Reifeprüflinge bestanden.

Höchster Mädchenanteil

Seit ihrer Gründung absolvierten bereits mehr als 600 weibliche und männliche Schüler die HTL Ried. Sie sind heute gefragte Ingenieure, viele von ihnen haben sich an Universitäten und Fachhochschulen weiter spezialisiert.

Auch die Job-Aussichten der HTL-Abgänger sind hervorragend, da der Bedarf der Innviertler Unternehmen nach wie vor groß ist. "Alleine im Composite-Bereich werden mehr als 500 weitere Techniker gebraucht", so HTL-Chef Wolfgang Billinger.

Von den derzeit 337 Rieder HTL-Schülern sind 32 weiblich, mit acht Prozent ist das ein recht hoher Satz, keine vergleichbare Schule in Oberösterreich hat einen ähnlich hohen Mädchenanteil. 

 

Stimmen aus dem Vorstand des HTL-Fördervereins

„Wir haben mit der HTL Ried seit 15 Jahren eine etablierte, erstklassige und fundierte Ausbildungsstätte und ermöglichen so eine wertvolle Technikerausbildung für zukünftige Talente und Führungskräfte.“
Robert Machtlinger, FACC AG

„Heute haben wir die Bestätigung, wie wichtig die Initiative und Umsetzung der HTL Ried war. Ohne diese Schule könnten wir unseren Wirtschaftsstandort nicht auf die aktuelle Größenordnung und das technische Niveau ausbauen.“
Wolfgang Rathner, Fill GmbH

„Eine enge Zusammenarbeit mit der HTL Ried über den Förderverein ist uns wichtig. Durch die Unterstützung der praxisnahen Ausbildung durften wir von Beginn an die Zukunft von talentierten Nachwuchstechnikern mitgestalten.“
Stefan Scheuch, Scheuch GmbH

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