Bild: ebra // Direktorin Walpurga Moser geht mit ihrer Schule neue Wege

Abschied vom starren Stundenplan

Von Edmund Brandner

Im Gymnasium Schloss Traunsee können sich Jugendliche Teile ihres Unterrichtsplanes künftig selbst zusammenstellen.

Das BRG/BORG Schloss Traunsee in Altmünster beschreitet ab Herbst neue Wege. Das Gymnasium befreit sich vom traditionellen Zeitsystem, das eine starre Abfolge 50-minütiger Unterrichtseinheiten vorgibt. Stattdessen kommt ein flexibleres Modell. Einerseits werden Unterrichtseinheiten länger. Dazwischen gibt es aber sogenannte Flex-Zeiten, in denen die Schüler aus einem Unterrichtsangebot frei wählen dürfen. Sie können dabei ihren Neigungen folgen. Sie können aber auch vertiefenden Unterricht in Fächern wählen, in denen sie Schwierigkeiten haben. Auch Ruheklassen gibt es, in denen sie lesen oder lernen können.

In Oberösterreich gibt es ein ähnliches Modell bisher nur an einer einzigen Schule: Das private Gymnasium Dachsberg (Bezirk Eferding), machte damit sehr gute Erfahrungen. „Wir haben uns das System dort genau angesehen und adaptieren es jetzt für unsere Bedürfnisse“, sagt Walpurga Moser, Schulleiterin des Gymnasiums am Traunsee.

Eigenverantwortung und Selbständigkeit stärken

Ihr wichtigstes Ziel ist es, die Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Jugendlichen zu stärken. Diese müssen Woche für Woche entscheiden, wie sie die Flex-Zeiten am besten für sich nutzen und sich für die entsprechenden Flex-Einheiten online anmelden.

Die Schüler- und Elternvertreter im Schulgemeinschaftsausschuss sind von der Initiative angetan. Aber auch die Lehrer. Bei einer Abstimmung sprachen sich drei Viertel der Pädagogen für die Abkehr vom starren Stundenplan aus.

Weniger Stress und mehr Freude in der Schule

Die Direktorin knüpft mehrere Bedingungen an das neue System: „Der Schulerfolg darf keinesfalls leiden, das Niveau unserer Schule darf nicht sinken“, sagt sie. „Außerdem sollen unsere Schüler weniger Stress haben und gerne zur Schule gehen.“ Falls dies nicht gelinge, müsse man auch den Mut haben, das Projekt wieder zu stoppen. In jedem Fall werde es laufend Evaluierungen geben, und auch die Pädagogische Hochschule Linz begleitet das Projekt.

Walpurga Moser ist jedoch überzeugt, dass sich die Veränderungen positiv auswirken. Außerdem: „Wenn ich als Schulleiterin keine Visionen mehr habe, gehöre ich in Pension geschickt.“

Bei einem Tag der offenen Tür im BRG Schloss Traunsee am Freitag, 12. Jänner, von 10.30 Uhr bis 15 Uhr gibt es nähere Infos.

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