Wolfgang Zechmeister (Direktor Akademisches Gymnasium)
Bild: Alexander Schwarzl // Wolfgang Zechmeister: 15 Jahre lang "mit Leib und Seele Lehrer", jetzt Chef im Akademischen Gymnasium.

"Wir müssen uns der Arbeitswelt öffnen"

Von Anneliese Edlinger

Wolfgang Zechmeister hat als neuer Leiter des Akademischen Gymnasiums an der Spittelwiese einiges vor.

"Ich bin Lehrer mit Leib und Seele", sagt Wolfgang Zechmeister. Kaum etwas mache ihm mehr Freude, als jungen Menschen Wissen zu vermitteln, mit ihnen zu arbeiten und zu diskutieren, so der 45-jährige Vater eines kleines Sohnes aus Alkoven.

Doch warum hat sich der Professor für Geografie, Psychologie und Philosophie dann als neuer Chef für das Akademische Gymnasium beworben und dessen Leitung kürzlich auch übernommen? "Weil mich diese Schule schon immer interessiert hat und ich überzeugt davon bin, dass sie viel Potenzial hat", sagt Zechmeister.

Und was will er ändern, der neue Chef des altehrwürdigen Gymnasiums an der Spittelwiese?

Natürlich bleibe die klassische, humanistische Ausbildung mit Fokus auf Sprachen das Fundament, sagt Zechmeister, der 15 Jahre lang bei den Kreuzschwestern unterrichtet hat. Doch deutlich mehr Stellenwert soll künftig auch jenes Leben haben, das die Spittelwiese-Absolventen nach der Matura erwartet. "Wir müssen uns der Arbeitswelt öffnen", sagt Zechmeister und konkretisiert seine Pläne.

Abgesehen von der verstärkten Vermittlung von Wirtschaftswissen sollen die angehenden Maturanten schon während der Schulzeit in ihr späteres Betätigungsfeld hineinschnuppern. Zechmeister nennt als Beispiel die Medizin. Einerseits sollen die Schüler die Medizin-Ausbildung in Linz durch Besuche des Med-Campus kennenlernen. Als zweiten Schritt sollen jene, die tatsächlich ein Medizinstudium anstreben, gezielt auf den Aufnahmetest vorbereitet werden, also verstärkte naturwissenschaftliche Kenntnisse via Biologie-, Physik- und Chemieunterricht erlangen.

Seine erste Lehrerkonferenz hat Zechmeister bereits geleitet und die 50 Kollegen als "sehr engagiert" kennengelernt. "Kooperativ" möchte der gebürtige Innviertler, der vor seiner Zeit als Lehrer auch einige Jahre in der Privatwirtschaft tätig war ("Ich war leitender Angestellter eines Handelsunternehmens") seinen Führungsstil anlegen. Also gemeinschaftlich, mit Respekt und Wertschätzung des Gegenübers.

Daneben hat sich Zechmeister das hohe Ziel gesetzt, dass an seiner neuen Schule eine "Wohlfühlatmosphäre" herrschen soll. Ein Ort also, "wo Schüler und Lehrer gerne hingehen".

Fokussiert, ohne Aktionismus

Und bei all den Reformen, die über Österreichs Schulen in den vergangenen Jahren hinweggeschwappt sind, hat sich Zechmeister eines vorgenommen: "Wir werden für uns klare Ziele festlegen und auf die Umsetzung ohne Aktionismus, aber fokussiert und mit Ruhe hinarbeiten."

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