Bild: V. Weihbold // In Altmünster lernen die Kinder, sich selbst zu organisieren.

Attraktive Schule

Von Edmund Brandner

Die Neue Mittelschule Altmünster zieht durch ihre offenen Lernformen viele Schüler aus anderen Gemeinden an. Damit handelt sich die Schule Nachteile ein. Grund ist eine diskussionswürdige Gesetzeslage.

Als Sylvia Grafinger 2011 zur Direktorin der Neuen Mittelschule Altmünster ernannt wurde, begann sie, die Schule umzukrempeln. Anstelle des starren Frontalunterrichts gibt es jetzt offene Lernformen und Montessori-Pädagogik in jahrgangsübergreifenden Klassen, in denen die Kinder auch voneinander lernen und Verantwortung übernehmen können. Weil sie zum Teil selbst bestimmen dürfen, woran sie arbeiten, müssen sie lernen, sich selbst zu organisieren. Die NMS ist als eine von drei oberösterreichischen Schulen auch Teil des internationalen Netzwerks „Schule im Aufbruch“, das sich einer neuen Lernkultur verschrieben hat. „Das alles geht aber nur, weil die Lehrerinnen und Lehrer an unserer Schule voll hinter dem Konzept stehen“, sagt Grafinger.

Zufriedene, erfolgreiche Schüler

Die Bemühungen haben jedoch gefruchtet. In Leistungserhebungen liegen die Altmünsterer Schüler im Spitzenfeld des Bezirks. Auch die Zufriedenheit der Schüler liegt laut Befragungen weit über dem Schnitt. Das hat sich herumgesprochen. Im Salzkammergut dürfte es keine NMS mit einem derartigen Zulauf von außen geben. Das Einzugsgebiet der Schule am Traunsee reicht von Wolfsegg bis Bad Ischl.

Doch das wird für die Schule jetzt zum Problem. Denn der Anteil von Altmünsterer Kindern sank in den vergangenen Jahren kontinuierlich – auch deshalb, weil es drei Gymnasien vor der Haustür gibt. Doch wenn es darum geht, Klassen zu teilen, weil die Schülerzahl sonst zu hoch wird, werden bei Neuen Mittelschulen nur Kinder aus dem eigenen Sprengel gezählt, auswärtige dagegen nicht. „Das könnte dazu führen, dass wir Schüler in Zukunft ablehnen müssen“, sagt die Direktorin.

Was sie besonders ärgert: „Für Gymnasien gilt diese Regelung nicht. Dort werden sprengelfremde Kinder genauso eingerechnet. Ich finde, der Gesetzgeber sollte auch Neue Mittelschulen so behandeln.“

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