Von der Schule in die Lehre

Von der Schule in die Lehre

Wer gut vorbereitet ist, schneidet im Bewerbungsverfahren besser ab. Bild: colourbox.de Sonderthemen-Redaktion

Was zunächst einfach klingt, entpuppt sich als ein Weg mit so mancher Hürde, die es zu nehmen gilt

Wer eine Lehre beginnen möchte, baut seine berufliche Zukunft auf eine gute Ausbildungsbasis. Theoretisches Fachwissen erwerben, praktisch arbeiten, selbstständig werden und eigenes Geld verdienen, alle Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln, Erfahrungen in der Berufswelt sammeln – das und mehr bietet eine Lehre. Bleibt nur noch die Frage: Wie komme ich zu einer passenden Lehrstelle?

Lehrstelle suchen

Jobbörsen und Stelleninserate im Internet, in Zeitungen und Zeitschriften sollten mit besonderer Aufmerksamkeit durchgesehen werden. Auch von Bekannten der Eltern erfährt man vielleicht von einer offenen Lehrstelle, die sich gut eignen würde. Wer bereits mit einem bestimmten Betrieb liebäugelt, kann auf der Unternehmenshomepage nachsehen oder telefonisch erfragen, ob derzeit Lehrlinge gesucht werden. Oder man probiert sein Glück mit einer Initiativbewerbung – also ohne zu wissen, ob offene Stellen verfügbar sind.

Jetzt wird’s persönlich

Jetzt gilt es, die eigene Bewerbung zu erstellen. Da Personalverantwortliche in der Regel unzählige Bewerbungen in kürzester Zeit sichten und beurteilen müssen, ist eine strukturierte Bewerbung, die Kompetenzen und Qualifikation des Bewerbers auf den Punkt bringt, von Vorteil.

Ein aussagekräftiger Lebenslauf gehört zu jeder guten Bewerbung. Wie auch im Bewerbungsschreiben gilt: prägnante Formulierungen, Wesentliches hervorheben, Aktualität und Ehrlichkeit beibehalten. Auch hier gibt es verschiedene Gestaltungsformen. Üblich ist eine tabellarische Form.

Enthalten sollte jeder Lebenslauf den vollständigen Namen des Bewerbers, seine Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsort und -datum, Familienstand und Staatsbürgerschaft. Der bisherige Bildungsweg sollte angeführt werden, Berufserfahrung und besondere Kenntnisse (Fremdsprachen, EDV etc.) inklusive Kenntnisstand (z. B. gut, Grundkenntnisse) werten den Lebenslauf auf. Besondere Interessen und freiwillige Tätigkeiten werden aufgeführt, wenn sie zu einem positiven Bild beitragen. Abschließend wird der Lebenslauf unterschrieben und mit Ort und Datum versehen. Ein Foto ist kein Muss, macht sich aber gut. Vor allem dann, wenn man darauf sympathisch und kompetent wirkt. Ein gepflegtes Äußerliches ist dabei das Um und Auf. Private Fotos und Automatenfotos sind deshalb ungeeignet. Der Fotograf weiß hingegen genau, worauf es ankommt.

Verzichten kann man getrost auf grafische Gestaltungselemente, zu viele Farben und ausgefallene Schriftarten. Der Umfang des Lebenslaufs sollte nicht mehr als zwei Seiten betragen.

Auf Details achten

Personaler nutzen das Internet gerne, um sich ein Bild von den Bewerbern zu machen. Es lohnt sich daher, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich selbst in sozialen Netzwerken präsentiert, Sicherheitseinstellungen zu überprüfen und den eigenen Namen in Suchmaschinen einzugeben, um zu sehen, was das Internet alles über einen weiß.

Tipp- und Rechtschreibfehler machen sich in keinem Teil einer Bewerbung gut. Im Zweifelsfall sollte man Freunde oder Verwandte bitten, die Bewerbung auf Rechtschreibfehler, Ausdruck und korrekte Grammatik zu überprüfen.

In vielen Stelleninseraten stehen wichtige Informationen und Wünsche für die Bewerbung. Etwa benötigte Dokumente, Art der Bewerbung (siehe Seite 18), Ende der Ausschreibung und vieles mehr. Diese sollten unbedingt berücksichtigt werden. Andere beziehungsweise unvollständige Bewerbungen werden sonst vielleicht ignoriert.

Aufstieg in die nächste Runde

Einem gelungen Bewerbungsschreiben folgt häufig die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch. Nervosität ist in einer solchen Situation erlaubt, sollte aber nicht Überhand gewinnen. Gute Vorbereitung hilft dabei: Da der erste Eindruck zählt, sollte man für ein Vorstellungsgespräch sehr bewusst auf Körpersprache, Kleidung und Styling achten. Pünktlichkeit ist Grundvoraussetzung. Pufferzeiten einzuplanen lohnt sich auf jeden Fall. Das Smartphone wird spätestens beim Betreten des Unternehmens zumindest auf lautlos geschaltet und in einer Tasche verstaut. Am Tisch hat es nichts zu suchen.

Hinsichtlich Körpersprache ist ein aufrechter, entspannter Gang und ein freundliches Lächeln zu empfehlen. Im Gespräch sucht man stets den Augenkontakt. Ein fester Händedruck zur Begrüßung und Verabschiedung ist nicht nur höflich, sondern zeigt auch Selbstbewusstsein. Den Blick auf die Uhr meidet man, um nicht den Eindruck zu vermitteln, noch etwas Wichtigeres zu tun zu haben. Mit dem Stuhl zu wippen, mit einem Stift zu spielen oder sich mit den Händen durch die Haare zu fahren zeugt von Unsicherheit. Verschränkte Arme signalisieren Verschlossenheit.

Ein natürliches Auftreten kommt besser an als ein übertriebenes Styling. Auf eine ordentliche Frisur, gepflegte Nägel und eine angemessene Kleidung sollte auf keinen Fall verzichtet werden. Die Kleidung sollte in dezenten Farben und schlichtem Stil gewählt sein. Oft kommt eine dunkle Jeans mit Hemd oder Bluse besser an als Kostüm oder Anzug. T-Shirts mit witzigem Aufdruck, Mini-Röcke und schmutzige Schuhe sind ein No-go.

Auf das Gespräch selbst bereitet man sich am besten durch eine intensive Recherche zum Unternehmen vor und geht mögliche Fragen, die einem gestellt werden könnten, durch. Umgekehrt sollte man auch die ein oder andere Frage an den Personaler parat haben. Das zeigt Interesse.

Beim Bewerbungsgespräch sollte die Bewerbungsmappe immer mit dabei sein. Im Gespräch sollte man immer wieder, aber unaufdringlich auf die eigenen Stärken und Kompetenzen hinweisen und begründen, warum man für den Job geeignet ist. Auf einem mitgebrachten Block kann man sich wichtige Notizen machen. Auf persönliche Fragen, etwa zur politischen Einstellung, muss man nicht eingehen, jedoch sollte man das aktuelle Zeitgeschehen kennen.

Die Gesprächspartner werden, wenn nicht anders angeboten, immer mit Titel und Nachnamen angesprochen. Begegnet man unterwegs anderen Mitarbeitern, werden auch diese freundlich begrüßt. Eine spätere E-Mail, in der man sich für den Termin bedankt, macht ebenfalls einen guten Eindruck.

Unter Umständen wird man anschließend noch zu einem Probetag eingeladen, an dem es wiederum gilt, Interesse zu zeigen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Spätestens dann heißt es aber: Warten – auf eine Zusage oder eine Absage.

 

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