Vom Lehrling zum Chef im selben Unternehmen

Vom Lehrling zum Chef im selben Unternehmen

Bild: privat Sonderthemen-Redaktion

"Karriere mit Lehre" ist für Geschäftsführerin und Eigentümerin Petra Summers Realität geworden

Eine Lehre ist ein sehr gutes Fundament für den individuellen beruflichen Werdegang. Sie bietet eine hervorragende Kombination aus theoretischem und praktischem Fachwissen. Solche Fachkräfte sind gefragt und mit etwas Fleiß und Engagement können sich ehemalige Lehrlinge bis in Spitzenpositionen vorarbeiten. Dass es sich dabei nicht um leere Versprechen handelt, belegen aus dem Leben gegriffene Erfolgsgeschichten.

Petra Summers ist beispielsweise diesen Weg gegangen: Als Mädchen begann sie eine Lehre als Bürokauffrau bei dem Schweißgeräte-Händler Chem-Weld International GmbH in Haid bei Neuhofen. Bereits mit 21 Jahren übernahm sie als jüngste Mitarbeiterin das Unternehmen. Mit 29 Jahren kaufte sie den Betrieb, in dem sie heute 14 Mitarbeiter führt. Darüber hinaus wurde sie dieses Jahr von der WKOÖ als "Unternehmerin des Jahres in Oberösterreich" ausgezeichnet.

Ein Blick auf Ihren beruflichen Werdegang zeigt: Als Lehrling stehen einem alle Türen offen. War eine Spitzenposition von Anfang an Ihr Ziel?

Summers: Ja, immer! Ich stamme ja auch von einer Unternehmerfamilie ab.

Wie wichtig sind Aus- und Weiterbildungen für beruflichen Erfolg?

Grundsätzlich halte ich Weiterbildung im Beruf für sehr wichtig, jedoch sollte man sie bitte nicht erzwingen. In meinem Fall ist zum Beispiel eine "Lehre mit Matura" nicht notwendig gewesen.

Warum haben Sie sich damals für eine Lehre als Bürokauffrau entschieden?

Ich habe eine Lehre gemacht, weil ich sofort Geld verdienen wollte und eventuell spätere Ausbildungswege wählen wollte. Ich wusste von Anfang an, dass ich eine Tätigkeit im Büro machen wollte. Eine Lehre als Bürokauffrau hat mich angesprochen, weil der Beruf abwechslungsreich ist und man mit Menschen kommuniziert.

Mit 21 Jahren haben Sie Chem-Weld übernommen. Wie viel Mut hat Ihnen dieser Schritt abverlangt?

Sehr viel Mut sogar, aber ich wusste immer um die Rückendeckung meiner Familie, Freunde und Kollegen.

War es aufgrund Ihres jungen Alters manchmal schwierig, sich als Geschäftsführerin durchzusetzen?

Ja, speziell als Frau in unserer Branche war das nicht immer leicht. Ich habe mich vom Lehrling zum Chef im selben Unternehmen mit größtenteils denselben Kollegen hochgearbeitet. Sie waren mir immer wieder eine große Unterstützung.

Hat Sie die Lehre ein Stück weit auf Ihre heutige Aufgabe vorbereitet?

Selbstverständlich. Details zur Branche erlernt man jedoch erst im Laufe der Zeit, wenn man in der Praxis tätig ist.

Haben Sie einen Rat für Jugendliche, die vor der Ausbildungsentscheidung stehen?

Grundsatzentscheidungen zu treffen ist für die Berufswahl sehr wichtig: Büro, Werkstatt oder Kfz, mag man Kommunikation mit anderen Personen oder arbeitet man lieber für sich usw. Je nachdem wie die eigenen Interessen und Vorlieben ausfallen, sollte man dann weitere Möglichkeiten ausloten. Speziell Institutionen wie BFI und WKO oder Messen wie die Jugend und Beruf bieten dafür sehr gute Anlaufstellen.