Menschen für Menschen

Menschen für Menschen

Bild: colourbox.de Sonderthemen-Redaktion

Tausende Menschen arbeiten in Österreich in Gesundheits- und Sozialberufen sowie in der Schönheitspflege. Die Nachfrage ist groß, denn in einer zunehmend älter werdende Gesellschaft und bei steigendem Pflegebedarf ist fachlich qualifiziertes Personal heiß begehrt. Das AMS-Qualifikationsbarometer prognostiziert deshalb so gut wie allen Gesundheitsberufen gute Beschäftigungsaussichten. Berufe an der Schnittstelle Gesundheit, Sport, Körper- und Schönheitspflege profitieren davon, dass sich viele der Bedeutung ihrer ganzheitlichen Gesundheit bewusst werden und diese aktiv unterstützen.

Im Sozialwesen bestehen vor allem im Kinderbetreuungsbereich gute Jobaussichten. Die Zahl der Klienten mit sozialen Problemlagen, etwa Suchterkrankungen, Armut, Verschuldung, Arbeitslosigkeit und sozialpsychiatrischen Erkrankungen, nimmt zu, weshalb auch in anderen Bereichen des Sozialwesens nach Mitarbeitern gesucht wird. Sowohl im Gesundheits- als auch im Sozialwesen ist die Finanzierung jedoch stark von öffentlichen Mitteln abhängig. Der reale Personalbedarf übersteigt oft die Zahl der tatsächliche finanzierten Arbeitsstellen.

Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen werden als sinnstiftend empfunden, bringen aber zum Teil hohe psychische und physische Belastungen sowie ein erhöhtes Gesundheitsrisiko mit sich. Ausgeprägte soziale Fähigkeiten, interkulturelle Kompetenz, Frustrationstoleranz, Teamfähigkeit und Empathie sind entscheidende Anforderungen, will man hier Fuß fassen. In manchen Bereichen sind EDV-Kompetenzen erforderlich. Zudem gewinnen Managementaufgaben und betriebswirtschaftliches Fachwissen an Bedeutung.

Ausbildungsnovelle 2016

Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, wurde die Ausbildung im Pflegebereich überarbeitet. Der Pflegedienst gliedert sich nunmehr in drei Berufsgruppen:

Pflegeassistenten (ehemals Pflegehilfe) betreuen pflegebedürftige Menschen und unterstützen Pflegefachassistenten, Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ärzte. Die einjährige Ausbildung an einer Schule für Gesundheits- und Krankenpflege oder in Pflegeassistenz-Lehrgängen wurde 2016 verbessert und den tatsächlichen Erfordernissen angepasst.

Neu eingeführt wurde die Ausbildung zur Pflegefachassistenz. Sie betreuen pflegebedürftige Menschen, indem sie diese im Alltag unterstützen und ihren Gesundheitszustand überwachen. Wenn von Ärzten angeordnet, dürfen Pflegefachassistenten auch bestimmte pflegerische und ärztliche Tätigkeiten übernehmen. Die Ausbildung erfolgt an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege. Sie dauert zwei Jahre, wobei mindestens die Hälfte auf eine theoretische und mindestens ein Drittel auf eine praktische Ausbildung entfallen muss.

Noch bis 2023 kann die dreijährige Diplomausbildung für den "gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege" (Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger) begonnen werden. Danach erfolgt die Ausbildung ausschließlich im Zuge eines Fachhochschulstudiengangs. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger kümmern sich ebenfalls um kranke und pflegebedürftige Menschen. Sie arbeiten in hohem Maß selbstständig und dürfen nach ärztlicher Anordnungen eigenverantwortlich Medikamente, Infusionen oder Injektionen verabreichen. Sie nehmen Blut ab, legen Magensonden, setzen Katheter, entfernen Nähte und Wundverschlussklammern, legen Verbände an und vieles mehr.