Lehrlinge
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Lehrausbildung Neu in der Industrie startet

Von Sigrid Brandstätter

LINZ. Die Digitalisierung erhöht Druck, die Berufsausbildung anzupassen.

Die Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer hat ein Projekt zur Weiterentwicklung der Industrielehre gestartet. Gemeinsam mit dem Verband der Ausbildungsleiter, in dem die oberösterreichischen Lehrlingsausbildner organisiert sind, soll die Ausbildung die zunehmende Digitalisierung in den Betrieben abbilden. In einem Jahr – so der Plan – sollen erste Ergebnisse vorliegen.

"Wir haben natürlich das Problem, dass wir zwar für 2025 ausbilden sollen, aber noch nicht wissen, was die Notwendigkeiten dann sein werden", sagt der Bildungssprecher der Sparte Industrie beim Ausbildungstag der Sparte, der gleichermaßen der Auftakt für die Neuausrichtung war.

Ziel sei es, verstärkt personale und soziale Basisfertigkeiten zu vermitteln. Beispiele brachte der Direktor der Berufsschule Eisenstadt, Johannes Fenz: "Wir haben 2008 den Unterricht auf kompetenzorientierte Berufsausbildung umgestellt. Statt eines starren Stundenplans gibt es Wochenziele, die in der Unterrichtszeit erreicht werden sollen." Damit sei die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen gestärkt worden, die Kommunikationsfähigkeit habe sich verbessert, auch der Umgang mit Konflikten habe sich verändert.

Die Schüler sagten bei einer Evaluierung, dass diese Art, sich etwas zu erarbeiten, anstrengender sei als sich berieseln zu lassen. Eine hundertprozentige Erfolgsquote bei der ersten Lehrabschlussprüfung spreche aber Bände, so Fenz. Was in den Betrieben möglich ist, skizzierte der frühere, langjährige Leiter der Lehrausbildung bei Trumpf in Ditzlingen, Andreas Schneider: Die sechsmonatige Einstiegsphase wurde durch ein Projekt, das die Lehrlinge lösen mussten, ersetzt. Die Zeit in den Lehrwerkstätten wurde verkürzt. Statt dessen wird eigenständiges Erarbeiten und Lernen direkt im Betrieb forciert.

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