Lehrlinge setzen sich im Ars Electronica Center mit Digitalisierung auseinander
Bild: Magdalena Sick-Leitner/AEC

Lehrlinge tauchen in die digitale Welt ein

Von Susanna Sailer

Ein zweitägiges Lehrlingsprogramm für Industriebetriebe soll Jugendliche auf Industrie 4.0 einstimmen.

Die Industriellenvereinigung und das Ars Electronica Center (AEC) wollen eine Irrmeinung zurecht rücken: Auch wenn die Digitalisierung neue hochqualifizierte Berufe nach sich ziehen wird, soll das nicht bedeuten, dass jemand ohne Uni- oder Fachhochschulabschluss kaum Chancen auf einen der guten Arbeitsplätze haben wird. "Es stimmt einfach nicht, dass sich Jugendliche mit ihrer Entscheidung für eine Lehre gewissermaßen aus dem Rennen um die qualifizierten Jobs der digitalen Zukunft nehmen", sagt Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Oö. Industriellenvereinigung. Allerdings müssen handwerkliche Berufe vermehrt mit IT-Kenntnissen verknüpft werden.

16 Leitbetriebe beteiligen sich nun an einer Initiative der IV OÖ und der Ars Electronica. Ihre Auszubildenden nehmen an einem zweitägigen "Industrie 4.0 Lehrlingsprogramm" teil. Als erstes tauchten vergangenen Dienstag die jungen Leute von Tannpapier im Ars Electronica Center auf informative und spielerische Weise in die digitale Welt ein. Die neun Teilnehmenden kommen aus unterschiedlichen Lehrberufen. Sie sind Schlosser, IT-Techniker, Physiklaboranten, Prozess- und Prozessleittechniker, Industriekauffrauen und Elektrotechniker. Ihnen allen sagt AEC-Leiter Chistoph Kremer spannende Zukunftsperspektiven voraus: "Denn was Industrie 4.0 ausmachen wird, ist noch nicht fertig definiert. Als Fachkräfte von morgen werden die heutigen Jugendlichen diese Entwicklung mitgestalten."

Es sei aber wichtig, den Umgang mit den Technologien auch kritisch zu hinterfragen. Die Ausstellung "Außer Kontrolle" setzt sich etwa mit Hass-Postings und Cybermobbing auseinander und sensibilisiert im Umgang mit Daten. Im FabLab wurde über jene Technologien diskutiert, die heute bereits Anwendung finden und sie fertigten am Lasercutter selbst kleine Gegenstände.

Auch der zweite Lehrlingstag wird für die Lehrlinge interessante Einblicke bringen: Industrieroboter sind ihnen ja aus ihrem Lehrbetrieb bekannt. In einem Workshop werden sie nun aber eine Fernbedienung bauen, die den Roboter hacken kann. Mal sehen, welche Aufgaben der Roboterarm dann im Sinne der Lehrlinge zu erledigen haben wird.

 

Oliver Gubesch, Lehrling bei Tannpapier:

Oliver Gubesch, Lehrling Tannpapier

"Immer mehr Dinge werden sich miteinander vernetzen. Und auch ich werde die Industrie 4.0 weiterentwickeln können.“

 

Nicole Pichler, Lehrling bei Tannpapier:

Nicole Pichler, Lehrling Tannpapier

"Ich sehe gerade in einem internationalen Unternehmen künftige Karrierechancen. Ich kann mir vorstellen, einmal ins Ausland zu gehen.“

 

Nadine Steininger, Lehrling bei Tannpapier:

Nadine Steininger, Lehrling Tannpapier

„Die Digitalisierung wird die Arbeit in Zukunft erleichtern. Das wird nicht nur die Arbeitsplätze im Büro betreffen, sondern alle Abteilungen.“

 

Lehrlingstage im AEC

Das zweitägige Programm richtet sich an Lehrlinge von oberösterreichischen Industriebetrieben und wird von der IV OÖ finanziert. Das wird u.a. geboten: Führung durch den Deep Space, Workshops zu Robotik, Fabrikation und Soziale Netzwerke. Am zweiten Tag vertiefende Einheiten, um die Technologie zu verstehen und um Kreativität zu fördern.

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