Jeder dritte Neo-Doktor will ins Ausland
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Jeder dritte Neo-Doktor will ins Ausland

WIEN. Ein Drittel der Absolventen eines Medizinstudiums an einer heimischen Uni will im Ausland arbeiten.

Das zeigt eine Absolventenbefragung im Auftrag des Wissenschaftsministeriums, mit der Österreich die EU von der Notwendigkeit der Quotenregelung für das Medizinstudium überzeugen will.

Seit 2006 gilt für das Medizinstudium eine Quotenregelung: 75 Prozent der Plätze für Human- und Zahnmedizin sind für österreichische Maturanten reserviert, 20 Prozent gehen an EU-Bürger und fünf Prozent an Nicht-EU-Bürger. Außerdem wurde die Zahl der Anfänger-Studienplätze für Human- und Zahnmedizin an den öffentlichen Unis auf 1500 beschränkt (mittlerweile 1620).

Insgesamt gab es in Österreich im Vorjahr 1682 Studierende im ersten Studienjahr im Fach Humanmedizin. In den vergangenen Jahren ist diese Zahl (auch aufgrund der Medizin-Fakultät an der Uni Linz) leicht gestiegen: 2006 waren es noch 1235, 2008 rund 1400. Von den 1682 Studenten im ersten Studienjahr 2015 kamen 1035 aus Österreich (61,5 Prozent) und 316 aus Deutschland (18,8 Prozent). Die Diskrepanz zur 75-Prozent-Quote ergibt sich durch die Gleichstellung bestimmter Ausländer, zum Beispeil der Südtiroler.

Ganz anders sieht dies in unregulierten Fächern aus: In der Psychologie, wo es ebenfalls einen Numerus Clausus in Deutschland gibt, allerdings keine Quotenregelung in Österreich, gibt es seit einigen Jahren schon mehr deutsche (2015: 628) als österreichische Studenten im ersten Jahr (2015: 550).

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