Viel mehr als nur Videos
Bild: Martin Hieslmair

Viel mehr als nur Videos

LINZ. 2006 wurde das Bachelorstudium Zeitbasierte und Interaktive Medien gestartet – eine Retrospektive.

Zehn Jahre ist es her. Da brachte der Wechsel vom Diplomstudium auf Bachelor- und Mastersystem an der Kunstuniversität einen neuen Studiengang hervor. Der Zweig Video wurde abgelöst. Stattdessen war Zeitbasierte und Interaktive Medien erstmals auf dem Curriculum zu finden. Geburtshelfer und Studiengangsleiter Gerhard Funk war voller Visionen.

Seither wurden mehr als 60 Hochschüler unterrichtet, sich anhand von audiovisuellen Mitteln und interaktiver Kunst auszudrücken. Der Großteil der Studenten ist im Gegensatz zu anderen Studiengängen männlich, was mit den zahlreichen techniklastigen Schwerpunkten wie Programmieren oder Video- und Audiotechnologien zusammenhängt.

Was diesen Studiengang ebenfalls von der Breite abhebt, ist das Berufsfeld. Die meisten Abgänger arbeiten vorrangig in der Wirtschaft. Warum? "Viele steigen nach dem Abschluss in die Werbe- und Videoproduktion ein und sind als Junior Art Director erfolgreich", erzählt der leitende Professor.

"Nur ein Viertel davon sind freischaffende Künstler, weil es so viel schwerer ist, Fuß zu fassen", sagt Funk, der Mathematik an der JKU und Kunsterziehung an der Kunstuniversität studiert hat und damit zu den ersten Hybridstudenten in den 70ern zählte.

Eine weitere Erinnerung: Zu Beginn versuchten die Lehrenden die gesamte Bandbreite interaktiver Medien mit einem Studiengang abzudecken. "Aber da sind wir den Ausbildungen der Fachhochschulen schon sehr nahe gekommen", erzählt der Studiengangsleiter.

AEC und Crossing Europe

Dann wurde eine Kursänderung durchgeführt, der Kontakt zum Ars Electronica und zu den Machern des Filmfestivals Crossing Europe wurde intensiviert. Inzwischen konnten bereits einige Projekte wie die Veranstaltungsreihe "Time out" im Museum der Zukunft realisiert werden.

"Unsere Studenten sind in diesem Bereich der freien Medienkunst sehr gefragt. Sie haben einen anderen, einen frischen Blick und oft einen ungewohnten Zugang zum Werbemarkt", beschreibt Professor Funk einen wesentlichen Vorteil. Für die nächsten zehn Jahre nimmt sich der Studiengangsleiter vor, die Kooperationen mit den beiden Partnern noch zu intensivieren. "Das wäre für Linz als UNESCO-Stadt für Medienkunst sehr wünschenswert." (diva)

Zum 10. Jubiläum

Anlässlich zehn Jahre „Zeitbasierte und Interaktive Medien“ werden beim La’Do (Langer Donnerstag) am 24. November im Moviemento Linz ausgewählte Kurzfilme von Studenten des Studiengangs gezeigt.

 

 

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