Von Abba bis Swedish House Mafia und Bierzeltmusi
Bild: Gerda Ringwald

Von der Bruckner-Uni ab nach Schweden

Musikstudent Rainer Seyfried bläst ab April beim Schwedischen Radio Sinfonieorchester ins Horn.

Die Tage sind gezählt. In wenigen Wochen beginnt für Rainer Seyfried ein neuer Lebensabschnitt. Ein langersehnter. Anfang April beginnt seine Probezeit beim Schwedischen Radio Sinfonieorchester.

"Seit ich ein Teenager war, ist es mein Ziel, in einem großen, renommierten Orchester mitzuwirken. Dass es geklappt hat, ist ein absoluter Traum. Ich habe viel dafür gegeben und gearbeitet. Ich bin sehr glücklich und freue mich auf die Herausforderung", erzählt der 26-Jährige, der 2006 sein Vorstudium an der Anton Bruckner Privatuni begann und inzwischen sein Masterstudium bei Professor Raimund Zell absolviert.

Doch bis er seinen erhofften Platz in Stockholm bekam, musste der Hornist aus dem Hausruckviertel viele Hürden überwinden. Etwa das Probespiel, bei dem in mehreren Runden mittels Ausscheideverfahren ein Kandidat von einer Fachjury ermittelt wird. "Da treffen die besten Hornisten aufeinander, die Konkurrenz ist richtig stark. Jeder ist top vorbereitet und könnte gewinnen. Es ist immer auch etwas Glück notwendig", sagt Seyfried. Fortuna war auf seiner Seite und schickt den angehenden Profimusiker für ein Jahr in den Norden.

Zuvor war Seyfried bereits bei der Oper Frankfurt, in der Staatsphilharmonie Nürnberg und bei den Regensburger Philharmonikern unter Vertrag und half im Bruckner Orchester Linz, im Radio-Symphonieorchester Wien und im NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg aus. Jahre zuvor war er beim Jugendorchester der Europäischen Union, Mitglied im Gustav Mahler Jugendorchester, beim Schleswig-Holstein Festivalorchester sowie beim Oö. Jugendsinfonieorchester.

Der Lebenslauf von Rainer Seyfried liest sich fließend, makellos. Dabei wird aber die jahrelange Arbeit übersehen. Auch mit Tiefen. "Es macht mich sehr stolz, dass ich mich nie von meinen Weg abbringen ließ, immer an mich selbst geglaubt habe und alles gegeben habe. Das nehme ich mir auch für die Zeit, die vor mir liegt, vor", erzählt der Student, der beruflich einen großen Bezug zur Romantik hat, Bruckner, Mahler und Strauss am liebsten spielt und sich solistisch gerade auf Reinhold Glieres Hornkonzert trimmt. "Richtig viel Spaß macht das Spielen im Hornquartett, so proben wir gerade R. Schumanns Konzertstück. Dafür muss man richtig ans Limit gehen."

Aushängeschild Oberösterreichs

Privat muss es abwechslungsreich sein. Der Musikgeschmack des Musikers ist von Austropop, Abba, Filmmusik, Swedish House bis zu Bierzeltmusik weit gestreut. Was seine Ausbilder dazu wohl sagen?

Für sie wählt der leidenschaftliche Bergsteiger nur lobende Worte: "Die Anton Bruckner Privatuni steht für eine musikalische Ausbildungsstätte auf absolutem Top-Level und ist für mich ein kulturelles Aushängeschild Oberösterreichs. Die Erfolge der Absolventen dieser Institution sprechen für sich."

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