Bild: (Volker Weihbold)

Tausende Studierende haben die Qual der ÖH-Wahl

Von Valentina Dirmaier

Urnengang an der Uni: Von 16. bis 18. Mai wählen 900 Studenten ihre Vertreter. Die JKU lässt auch an vier externen Standorten abstimmen. Die Deadline ist ungewöhnlich.

Sticker, Blöcke, Kugelschreiber, Turnbeutel, Obst, Fahrradsattelschoner und Chai-Tee. Die Materialschlacht und das Buhlen um die Gunst der Wähler hat vor der Wahl der Hochschülerschaft, die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet, die heiße Phase erreicht. Von 16. bis 18. Mai ist es so weit. Dann dürfen tausende Studenten österreichweit ihre Vertreter wählen. An der Linzer JKU kämpfen bis dahin neun Interessensvertretungen mit Zuckerl und Zeugs um Zustimmung.

AG, VSStÖ, No Ma’am, Grüne Studierende, Junos, ÖSU, GRAS, KSV-KJÖ und RFS buhlen um die Stimme von etwa 900 Studierenden. Nur. Die Anzahl ist verwunderlich bei mehr als 19.000 JKU-Inskribierten. Obwohl die Zahl bei der diesjährigen Wahl verfälscht ist, denn heuer dürfen erstmals etwa 1000 Lehramtsstudenten an zwei Hochschulen ihre Vertretung wählen. Wie viele dann tatsächlich ihre Stimme an der Johannes Kepler Uni abgeben, bleibt spannend.

Dennoch ist die Anzahl der Wahlberechtigten niedrig. Der Grund erklärt sich mit dem nicht vorhandenen Interesse an studentischen Vertretung oder an bürokratischen Hürden. Um für die Wahl zugelassen zu sein, muss erstens, eine Immatrikulation vorliegen oder eine Fortsetzungsmeldung beantragt worden sein. Zweitens, musste der ÖH-Beitrag pünktlich bis Ende März eingezahlt worden sein. „Viele haben den Stichtag bestimmt übersehen. Wir hätten bereits im zuständigen Ministerium interveniert. Von dort heißt es nur, dass die Frist nicht hinausgezögert werden kann“, erklärt Therese Wageneder.

Die Juristin ist zum zweiten Mal Vorsitzende bei einer ÖH-Wahl. Sie und ihre Stellvertreterin werden an den drei Wahltagen gemeinsam mit einer Kommission, die sich aus Vertretern der Parteien zusammensetzt, die Stimmenabgabe überwachen. Ort des Geschehens ist die Halle C im Kepler Gebäude. Dienstags sind die Wahlkabinen von 12 bis 21, mittwochs von 9 bis 21 Uhr und donnerstags von 9 bis 15:05 Uhr geöffnet.

Die fünf Extra-Minuten sind eine Linzer Spinnerei und „haben inzwischen Tradition und auch jene, die auf den letzten Abdruck kommen, müssen nicht sofort weggeschickt werden“, sagt die Leiterin der JKU-Rechtsabteilung, die auch die Stimmauszählung überwacht, mit einem Lachen.

Aber nicht nur die Sonderzeiten unterscheiden die ÖH-Wahlen von Nationalrats- oder Landtagswahlen. Die die Studierenden gehen nicht mit einer Wahlkarte zur Abstimmung, sondern lediglich mit einem gültigen Lichtbildausweis und ihrer Matrikelnummer. Wird der Computer damit gefüttert, spuckt er aus, an welchen Abstimmungen der Studierende teilnehmen darf.

Die fliegende Komission

Ein weiteres besonderes Service für JKU-Studierende ist die sogenannten fliegenden Wahlkommissionen, die an den drei Wahltagen von Linz nach Graz, Wien, Villach und Bregenz, wo Linzer Studenten Zusatzausbildungen erhalten, entsandt werden.

Die Medizinstudenten der JKU, die in der steirischen Landeshauptstadt ihre Basisiausbildung absolvieren, können so neben der Bundes- und Hochschulvertretung, die auch per Briefwahl gewählt werden können, auch ihre Studiengangsvertretung bestimmen. Ob sich der Aufwand lohnt, wird sich in zwölf Tagen zeigen. Bei der ÖH-Wahl 2015 waren Interesse eher gering. Bundesweit lag die Wahlbeteiligung gerade einmal bei 25,9 Prozent.
Die meisten Stimmen gingen an die SP-Studenten (VSStö). Sie gründeten eine Koalition mit den Fachschaftslisten (Flö) und der Fraktion Engagierter Studenten (Fest). Anders in Linz: An der Kepler-Universität ist die selbst titulierte unabhängige, aber VP-nahe Aktionsgemeinschaft mit der Studentenunion (ÖSU) in einer Koalition. Bei der Wahl 2015 lag die Beteiligung an der JKU bei 26,2 Prozent.

Viel Wirbel vor der Wahl

Es bleibt abzuwarten, ob sich der Wert heuer steigert. Auch ob die zusätzliche Publicity, die der ÖH-Wahl durch den Zwist zwischen zwei Listen beschert wurde, bleibt spannend. Denn die GRAS – Grüne und Alternative StudentInnen Linz, die von den Grünen unterstützt wird, spaltete sich im vergangenen Jahr. Die Funktionäre der GRAS formierten sich als „Grüne Studierende“ neu (mehr dazu rechts) und treten wider vieler Parteimeinungen getrennt zur Wahl der Hochschülerschaft an.

 

Zahlen, Daten, Fakten

15 Mandate sind in der Hochschülerschaft der JKU zu vergeben. Seit der Wahl 2015 werden sie von AG und ÖSU besetzt.

30 Nennungen sind gesetzlich für jede Liste gesetzlich erlaubt. Die AG und die VSStö sind die einzigen der neun Listen, die das volle Kontigent ausschöpfen und 30 Personen nennen. Der KSV nennt zwei Kandidaten.

Neun Listen treten bei dieser ÖH-Wahl an der JKU Linz an:

  • Aktionsgemeinschaft Linz – uniteich.at
  • Verband Sozialistischer Studentinnen in Österreich
  • No Ma’am
  • Grüne Studierende
  • Junos – Junge Liberale Studierende
  • ÖSU – Deine unabhängige Fachschaft
  • Grüne und Alternative StudentInnen
  • KSV-KJÖ: Kommunistischer StudentInnenverband Linz
  • Ring freiheitlicher Studenten

 

Mehr zum Thema:  

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Rebellenliste kontra GRAS

 

 

 

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