"In sozialen Medien sind die Alten eher laut und die Jungen sehr konservativ"

"Die Alten sind laut, die Jungen konservativ"

Von Valentina Dirmaier

Brian Smith forscht an der JKU, sein Spezialgebiet sind Soziale Medien und Donald Trump.

Sein Markenzeichen ist seine Fliege. Sein Spezialgebiet die virtuelle Welt der Kommunikation. Und in die taucht Brian G. Smith, Assistenzprofessor an der Purdue University nun gemeinsam mit Studierenden des Instituts für Pädagogik und Psychologie an der JKU ein. Die Campus-Nachrichten und karriere.nachrichten.at baten den Social-Media-Fuchs zum Interview.

Professor Smith, Sie beschäftigen sich Intensiv mit sozialen Medien. Ist jungen Menschen die Macht von Social Media bewusst?

Basierend auf meinen Forschungen kann ich die Frage mit einem Ja beantworten. Die allgemeine Annahme ist, dass junge Menschen in sozialen Medien rücksichtslos sind und die ältere Generation eher konservativ ist. Es ist genau umgekehrt.

Wie hat sich das geäußert?

Junge Menschen, besonders Studenten, sind sich bewusst, dass sie einen digitalen Fußabdruck hinterlassen. Und sind in der Social Media Nutzung sorgfältig. Ältere, die vielleicht weniger zu verlieren haben, scheinen lauter auf sozialen Plattformen zu agieren.

Falsche Meldungen verbreiten sich rasend schnell. Ein Phänomen, mit dem auch die Politik und Medien kämpfen. Was sind Ihre größten Sorgen?

Fake News sind kein neues Phänomen. Das eigentliche, neuartige Problem ist, dass soziale Medien gewisse Echokammern erzeugen. Das heißt, die Leute neigen dazu, sich mit Menschen zu umgeben, die ihre Ideen und Denkweisen teilen. Das führt dazu, dass die Leute mit ihrer politischen Einstellung isolierter sind und nur das mitbekommen, was sie wollen. Das betrifft die Medien, die Politik und kann Wahlen beeinflussen.

Ein Beispiel dafür ist US-Präsident Donald Trump. Welche Strategie wählte er und warum war diese so erfolgreich?

Content-Analysen der Social Media Beiträge von Trump und Hillary Clinton im US-Wahlkampf zeigten, dass der am häufigsten verwendete Begriff "Trump" war. Er twitterte über sich, Hillary twitterte über ihn, was ihm enorme Aufmerksamkeit brachte.

Wie beurteilen Sie seine Strategie?

Viele denken, dass eine hohe Dichte an Meldungen Aufmerksamkeit bringt. Nein, es ist der Inhalt. Trump versteht es, seine dominante Persönlichkeit und negative Haltung zu präsentieren. Er zwitschert was er will, egal wie beleidigend und egoistisch es ist.

Nicht sozial und trotzdem gewinnt er eine Menge Anhänger.

Die Aufmerksamkeit, die er für seine Beiträge bekommt, bestätigt meine Theorie, dass Social Media User keine Nachrichtengeschichte lesen wollen, sondern Drama und Kontroverse wollen.

Themenwechsel. Warum hat es Sie nach Österreich verschlagen?

Ich liebe Österreich sehr. Ich war schon mehrmals hier und habe die Zeit immer sehr genossen. Die Landschaft ist atemberaubend.

Wie sind Sie auf Linz gestoßen?

Das ist lustig. Ich betreibe hobbymäßig Ahnenforschung und habe entdeckt, dass meine Abstammung auf dieses Gebiet zurückführt. Als ich die Gelegenheit bekam, durch die Fulbright-Professur an die JKU zu gehen, ergriff ich die Chance. Und alle meine Erwartungen wurden übertroffen.

Was wollen Sie mit Ihrer Forschung an der JKU erreichen?

Mein Hauptziel ist, eine Forschungsgemeinschaft mit Studierenden der JKU und meinem Heimatinstitut aufzubauen. Ich glaube, dass diese interkulturelle Verbindung zu einem innovativen Denken über soziale Fragen führt.

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