Bild: VOLKER WEIHBOLD

Hungrig an der Uni? Eine Reise durch die Mensa-Menüs

Von Verena Gabriel, Martin Roithner, Gabriel Egger, Florian Meingast und Elisabeth Prechtl

Wie schmeckt’s an der Uni? Die fünf OÖN-Trainees kosteten sich durch das Speise-Angebot von vier Hochschulen in Linz und Hagenberg. Von Kürbisgnocchi bis Surschnitzerl, von Schweinsmedaillons bis Reisfleisch: Das tischten die Köche ihren Studenten in der Mensa auf.

5,80 Euro für ein g’schmackiges Menü

5,80 Euro für ein g'schmackiges Menü

Mensa der FH Hagenberg bietet Studierenden täglich zwei Mittagsmenüs.

 

Auf dem Land, gut 20 Kilometer entfernt von der Johannes Kepler Universität, liegt die Fachhochschule Hagenberg. Das Herz des Campus bildet die kleine, aber feine Mensa „Campina“. Dort speisen nicht nur die Informatiker, Medien- und Kommunikationsleute von morgen – auch Mitarbeiter des Softwareparks schätzen das reichhaltige Angebot. „Mir gefällt die Auswahl hier“, sagt Software-Entwicklerin Andreea Buga, die bereits einen Abschluss an der Kepler-Universität hat.

Beim Blick auf die Wochenkarte schließen sich die OÖN der Meinung der 27-Jährigen an. Täglich lassen sich die Küchenchefs zwei Gerichte einfallen, eines davon ist immer vegetarisch. Beim OÖN-Mensabesuch standen Kürbisgnocchi um 5,30 Euro oder gebackene Hühnerkeulen um 5,60 Euro zur Auswahl. Einen Salat oder eine Suppe und ein Dessert gibt’s für nur 50 Cent zusätzlich. Das Menü zahlt sich für Hungrige also aus. Wer nicht ganz so viel Appetit hat, kann sich am Salatbuffet bedienen. Wer es hingegen deftig mag, kann seinen Hunger mit „Fixstartern“ wie Cordon Bleu, Berner Würstel oder Burgern stillen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt - zumindest was die Kürbisgnocchi anbelangt. Die Konsistenz der Nockerl und die milde Kürbis-Rahm-Sauce haben überzeugt, auch wenn der Bauch nach dem Essen prall gefüllt war. Hinzu kam ein gewisser Wohlfühl-Effekt. Die Mensa ist überschaubar und nicht zu laut. Beim Essen sitzt man unter anderem auf schicken Lederbänken. Auch an Raucher haben die Betreiber gedacht. Fazit: In der „Campina“ lässt es sich gut aushalten. Das Essen überzeugt, wer es gesund und kalorienarm mag, muss sich mit Salat zufriedengeben.

Bewertung

Ambiente: 6/6 Sterne
Auswahl: 5/6 Sterne
Preis/Leistung: 5/6 Sterne
Geschmack: 4/6 Sterne

Das wird den Lehrern in spe aufgetischt

Das wird den Lehrern in spe aufgetischt

Pädagogische Hochschule Oberösterreich punktet mit Wohlfühlambiente.

Vor zehn Jahren wurde die Pädagogische Hochschule Oberösterreich (PH OÖ) gegründet. Sie ist eine von neun öffentlichen Lehrer-Bildungsinstitutionen in Österreich und hat ihren Sitz in der Linzer Kaplanhofstraße. Für die künftigen Lehrerinnen und Lehrer besteht in der Mensa im Erdgeschoß die Möglichkeit zur Verpflegung.

Wer an der PH OÖ speist, darf sich über zu wenig Platz nicht beschweren. Es gibt einen großen Raum mit zahlreichen Tischen und Sesseln und einen etwas kleineren Raum, in dem die Menüs ausgegeben werden und in dem man auch sitzen kann. Die Tische sind cremefarben, die Wände hellgrün und beige, die Sessel tragen sanfte Brauntöne. Das alles schafft eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlen muss. Bei schönem Wetter dringt Sonnenschein durch die Fenster und erhellt die Räume.

Das Essen kann mit dem Wohlfühlambiente nicht ganz mithalten, obwohl es jeden Tag zwei Menüs gibt – eines mit Fleisch und ein vegetarisches. Wir testen eine Frittatensuppe und ein Surschnitzel. Der Suppe täte etwas weniger Würze gut. Das Schnitzel mit Erdäpfel und Preiselbeeren ist bekömmlich, aber nicht sehr groß. 7,10 Euro kostet das Menü – ein Getränk kostet extra. Das stößt nicht nur vielen Studenten sauer auf. Diese haben generell die Wahl zwischen Mittagsmenüs und Snacks. Menüs werden an jedem Wochentag von 11.30 bis 14 Uhr angeboten.

Das Buffet hat Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag eine Stunde länger. Studierende, die am Wochenende der Hunger plagt, gehen aber nicht leer aus: Am Samstag sind beim Buffet von 11.30 bis 15 Uhr Kaffee, Kuchen oder kleinere Snacks erhältlich.

Bewertung

Ambiente: 6/6 Sterne
Auswahl: 4/6 Sterne
Preis/Leistung: 3/6 Sterne
Geschmack: 4/6 Sterne

 

"Unser Motto: Es muss schmecken!"

„Unser Motto: Es muss schmecken!“

Bruckneruni: Jeden Tag wird frisch und mit Leidenschaft gekocht.

Ein wunderbarer Geruch nach Zitronen, Kürbis und – was könnte das noch sein? Auch Menschen, die nicht regelmäßig an der Bruckneruni zugegen sind, weist der Geruchssinn zuverlässig den Weg zum „Bistro Frédéric“. Betreiber Frédéric Sislian, in Paris geboren, kümmert sich seit 15 Jahren um die kulinarischen Bedürfnisse der Studierenden der Anton Bruckner Privatuniversität. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von seinem Sohn Avedis. Ihr Motto: „Es muss schmecken!“

Die große Stärke des „Bistro Frédéric“ ist, dass dort täglich mit frischen Zutaten gekocht wird. Zwei Gerichte stehen zur Auswahl, eines davon vegetarisch: An diesem Freitag können die Studierenden zwischen Schweinsmedaillons in Zitronen-Salbei-Sauce oder einem Kürbisauflauf wählen. Die Preise bewegen sich zwischen 5,50 und 6,50 Euro. Salatteller und Getränke sind extra zu bezahlen. Naschkatzen können aus selbstgemachten Kuchen und Plunderstücken wählen. Bei schönem Wetter kann man draußen sitzen. „Ich komme immer wieder gerne her, auch weil es in der Nähe sonst wenig Auswahl gibt“, sagt eine Studentin. „Gerichte, die gut ankommen, gibt es regelmäßig, die Betreiber probieren aber immer wieder etwas Neues aus.“ Hin und wieder gibt es im Bistro auch vegane Gerichte, in rund einem Jahr sollen diese laut Sislian regelmäßig angeboten werden.

Zum Schluss noch ein Tipp: Sollte bei der Auswahl einmal nicht das Richtige dabei sein, dann einfach nach einem der köstlichen, mit frisch gebratenem Gemüse gefüllten Baguettes oder einem Stück Quiche greifen, die es immer gibt. Und die geheimnisvolle dritte Zutat? Es war Salbei.

Bewertung

Ambiente: 5/6 Sterne
Auswahl: 4/6 Sterne
Preis/Leistung: 6/6 Sterne
Geschmack: 6/6 Sterne

 

Wo die Mittagspause Farbe bekommt

Wo die Mittagspause Farbe bekommt

Die Kepler Uni bietet nicht nur beim Essensangebot einen bunten Mix.

Freitag, 11 Uhr 30. Viele der Sessel in der Mensa der Kepler-Universität zeigen ihre bunten Sitzflächen. Zu nah ist das Wochenende. Rot, blau, gelb, schwarz. 2200 Studierende und Professoren haben nicht nur bei den Sitzgelegenheiten täglich die Qual der Wahl, wenn sie mit knurrendem Magen durch die großen, hellen Räume eilen. Pizza, Spaghetti, Schweinsmedaillons, sogar Rumpsteak gibt es. Wer da nicht fündig wird, kann zusätzlich zwischen zwei Menüs wählen. Wir entscheiden uns für ein halbes Brathuhn mit Pommes und Orangensaft. Eine Portion Reisfleisch und eine kleine Schüssel vegetarischer Salat findet auch noch den Weg aufs Tablett. Eindeutig genug für zwei ausgewachsene Redakteure.

Bei der Kassa sind wir positiv überrascht. 4,60 Euro für das Huhn. Das Reisfleisch ist ebenso günstig. Der Salat wird sorgfältig abgewogen. Sein Gewicht lässt uns noch einmal 1,25 Euro aus der Brieftasche kramen. 100 Gramm kosten einen Euro. „Die billigste Mensa in ganz Österreich“ - zumindest laut Eigendefinition. Zahlen kann man bar oder mit Bankomatkarte.

Beim Geschmack kann das gebratene Huhn nicht mehr ganz so viele Sterne sammeln. Das Reisfleisch ist einwandfrei, da bräuchte es auch gar nicht den Orangensaft zum Runterspülen. Beim Essen fühlt man sich an eine Kantine erinnert. Dicht an dicht sitzen die Studenten, diskutieren, scherzen und freuen sich auf das Wochenende. Einige müssen sich noch vom Mensafest des Vortages erholen.

Gegen den Studentenkater helfen auch Kaffee und Kuchen. Im M-Cafe werden müde Geister wieder munter. Am Freitag gilt es, sich zu beeilen: Um 13.30 Uhr schließt die Mensa.

Bewertung

Ambiente: 4/6 Sterne
Auswahl: 6/6 Sterne
Preis/Leistung: 6/6 Sterne
Geschmack: 4/6 Sterne
 

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