Bild: privat // Emre Zaim, 33, entwickelte ein System, mit dem beeinträchtigte Menschen leichter Geld am Bankomaten abheben können

Beste Informatik-Masterarbeit der Kepler-Uni

Von Herbert Schorn

Emre Zaim startete etwas planlos ins Studium und beendete dieses schließlich sensationell.

Gekommen ist Emre Zaim vor 14 Jahren, weil er unbedingt Mechatronik studieren wollte. Geblieben ist er wegen des Informatikstudiums. Doch das ist eine lange Geschichte.

Die ersten Kontakte zu Österreich knüpfte der gebürtige Türke früh. Nach der Mittelschule entschied er sich für die österreichische Schule in seiner Heimatstadt Istanbul, um neben Englisch eine zweite Fremdsprache so gut als möglich zu lernen. Schon damals hatten er und seine Eltern den Plan, dass Emre möglicherweise im Ausland eine Technische Universität besuchen könnte. Nach der Matura folgte der 19-Jährige seinem Traum: Mechatronik zu studieren. „Das war damals österreichweit nur in Linz möglich“, erinnert sich der heute 33-Jährige.

Der ausgeträumte Traum

Doch nach nur einem Semester verblasste der Glanz. Zaim wechselte zur Informatik. Auch in diesem Studienfach war er sich lange nicht sicher: „Ich habe irgendwann das Interesse verloren und wusste nicht, ob ich die Ausbildung beenden sollte“, erzählt der Linzer. Dazu kam, dass er nebenbei als Software-Tester arbeitete, um Geld zu verdienen.

So vergingen Jahre, bis er Klarheit fand. Umso eindrucksvoller beendete er nun das Studium: Seine Abschlussarbeit wurde kürzlich als beste Informatik-Masterarbeit der Kepler-Uni mit dem Adolf-Adam-Informatikpreis ausgezeichnet.

Tolle Methode entwickelt

Darin entwickelte Zaim eine Methode, wie Menschen mit Beeinträchtigung leichter an Bankomaten Geld abheben können. „Dazu gibt man auf einer Web-Seite den Geldbetrag bekannt. Dieser wird auf das Smartphone übertragen“, sagt Zaim. Nach einer gewissen Zeit erhält der Nutzer den Betrag am Bankomaten, indem er den Lesebereich zwei Mal mit dem Handy berührt. „Damit muss man keine Knöpfe oder Menüfelder mehr bedienen“, erklärt der Informatiker, der in seiner Freizeit gerne Volleyball spielt oder mit seiner Freundin Marlene wandert.

Das Erstellen dieses Systems bereitete ihm großen Spaß: „Ich habe dabei viel gelernt“, sagt er. „Vielleicht sogar mehr als im gesamten übrigen Studium.“

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