Hochschülerschaft fordert: "Studienpläne entrümpeln"
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Hochschülerschaft fordert: "Studienpläne entrümpeln"

Von Herbert Schorn

LINZ. JKU-Studentenvertreter fordern Lehrstoff-Reduktion, ÖH erweitert Angebot an der FH

Seit Ende Jänner hat die Hochschülerschaft (ÖH) an der Kepler-Uni einen neuen Vorsitzenden: Edin Kustura, bisher Vize-Chef, folgte Helena Ziegler an der Spitze nach, die sich wieder mehr dem Studium widmen will.

Der 23-Jährige vertritt damit knapp 23.000 Studenten – und hat sich viel vorgenommen. Zum einen fordert er, dass an der Kepler-Uni die Studienbedingungen verbessert werden. So ist laut einer aktuellen Befragung, die das Imas-Institut für die ÖH durchführte, ein Drittel der Studenten mit dem Studienplan unzufrieden, also mit den Inhalten, die in den Vorlesungen gelehrt werden. "Die Studienpläne müssen entrümpelt werden", sagt Kustura. "Immer mehr Stoff führt zur Verlängerung der Studienzeit." Oft sei der Aufwand im Verhältnis zur ECTS-Punktezahl zu groß.

Ein weiteres Problem: "Es gibt Studienrichtungen, in der es zu viele Voraussetzungen für Prüfungen gibt", sagt Kustura. Das heißt: Eine Prüfung kann erst abgelegt werden, wenn eine andere zuvor bestanden wurde. "Das behindert Studenten in ihrem Studienfortschritt, weil sie möglicherweise ein ganzes Semester warten müssen." Er fände es besser, wenn die Studenten selbst entscheiden könnten, ob sie sich eine Lehrveranstaltung zutrauen.

Außerdem will er in einer Kampagne die Erfolge der ÖH darstellen, vom Mensa-Bonus bis zu den Beratungsangeboten. Damit soll ein Bewusstsein für die Bedeutung der Hochschülerschaft geschaffen werden: "An der vorigen ÖH-Wahl nahm nur ein Viertel der Studierenden teil. Ein großes Problem."

Kritik am Beihilfen-System

Während sich 80 Prozent der Studenten an der JKU gegen Studiengebühren aussprechen, sind ihre Kollegen an der Fachhochschule schon seit diesem Semester damit konfrontiert. "Die Einführung kam viel zu kurzfristig. Für uns Studenten war das ein Horror", sagt ÖH-Chef Fabian Dopler. Er kritisiert auch das System der Studienbeihilfen: "Es sollte nicht das Einkommen der Eltern die Berechnungsgrundlage sein, sondern das, was den Studenten tatsächlich zur Verfügung steht", sagt Dopler.

Unterdessen erweitert die ÖH an der Fachhochschule ihr Angebot: Sie startet eine kostenlose Rechtsberatung für Studenten, die ab dem Sommersemester an allen vier Standorten in Linz, Wels, Steyr und Hagenberg zweimonatlich angeboten werden soll.

Bitte Javascript aktivieren!