Schlaues Navi: Wie Lenker in Zukunft ohne Stau an ihr Ziel kommen sollen
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Schlaues Navi: Wie Lenker in Zukunft ohne Stau an ihr Ziel kommen sollen

Von OÖN

HAGENBERG. Forscher der FH in Hagenberg arbeiten an Systemen, die Staus erkennen und umfahren

Forscher des Fachhochschul-Campus in Hagenberg wollen staugeplagten Autofahrern das Leben erleichtern. Und das soll ein Algorithmus richten: Die Wissenschaftler arbeiten an einem Navigationsdienst, der Staus nicht nur erkennen, sondern auch umfahren soll. "Möglich wird das durch einen Algorithmus, der nicht nur die aktuelle Verkehrssituation beurteilt, sondern auch Prognosen über die Zukunft erstellt", berichtet Gerald Ostermayer, Leiter der Forschungsgruppe "Networks & Mobility".

Kommunizierende Autos

Dazu ist es nötig, dass Fahrzeuge miteinander "kommunizieren": Das heißt, die Autos geben über ihre Navigationssysteme einer zentralen Stelle bekannt, wo sie sich gerade befinden und wohin sie unterwegs sind. "Der Algorithmus erstellt dann eine Prognose, wo es zu welchem Zeitpunkt Verkehrsbehinderungen geben wird", sagt der FH-Professor. Der Algorithmus weiß also nicht nur, welche Straßen derzeit verstopft sind, sondern auch, wo Staus entstehen, wenn der Lenker eintrifft. "Dadurch kann das Navi frühzeitig eine andere Route vorschlagen", sagt Ostermayer.

Funktionieren soll dieses System über einen Navigationsdienst, der von den Lenkern aktiviert wird. So werden die Daten an die zentrale Stelle weitergegeben und berechnet. Den Algorithmus haben die FH-Wissenschaftler bereits fertig entwickelt, erste Simulationen zeigen laut Ostermayer erfreuliche Ergebnisse.

Dennoch hat die Sache einen Haken: das Problem der Privatsphäre. "Die Teilnehmer müssen sehr präzise Informationen über ihre Routen preisgeben", erklärt der Professor. Wie diese Hürde genommen werden kann, ist noch unklar. "Möglicherweise, indem es keine zentrale Stelle gibt, in der die Informationen zusammengeführt und verarbeitet werden", sagt Ostermayer.

Spritverbrauch senken

An dem Projekt, das noch bis Juni 2019 läuft und von der EU sowie dem Land Oberösterreich mit 800.000 Euro finanziert wird, arbeiten mehrere Forscher, Doktoranden, Master- und Bachelorstudenten. Ziel der Forschungen ist aber nicht nur, den Lenkern das Leben zu erleichtern, sondern auch den Ausstoß von Schadstoffen zu verringern. Denn: Wer im Stau steht, muss oft Gas geben und bremsen. "Das heizt den Spritverbrauch enorm an", sagt Ostermayer.

Die Forscher denken aber noch weiter in die Zukunft. Sie beschäftigen sich mit Autos, die autonom fahren, also nicht mehr von Menschen gelenkt werden. Hier soll erforscht werden, wie die Autos sicherer gegen Manipulationen gemacht werden können. (hes)

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